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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mord mit Auto und Axt - Angeklagter schildert Tat

Tatort in der Limburger Innenstadt

Im Mordprozess um den Angriff auf eine Frau mitten in Limburg hat der Angeklagte eingeräumt, mit einem Wagen von hinten auf seine Frau zugefahren zu sein. "Ich glaube, ich habe nicht gebremst", sagte der 34-Jährige.

Vor dem Limburger Landgericht schilderte am Mittwoch der 34-Jährige Imad A., wie er die tödliche Attacke auf seine Frau erlebte. Demnach sei er mit einem Mietwagen von hinten auf die von ihm getrennt lebende Ehefrau Sana zugefahren. Es sei alles sehr schnell gegangen. Er habe die Fahrer-Assistenzsysteme ausgeschaltet, die Augen geschlossen und geschrien, erklärte der Angeklagte. "Ich glaube, ich habe nicht gebremst."

Der Angeklagte erklärte, seine Erinnerung habe danach ausgesetzt. Er erinnere sich noch an Schreie, an ein Handy neben einer Tasche und dass seine Frau unterhalb des Autos gelegen habe.

Morgens Frau vor dem Frauenhaus beobachtet

Am Morgen der Tat sei er mit dem Auto in das Frauenhaus in Limburg gefahren. Dort lebte seine 31-jährige Frau mit den Kindern. Sie war nach Aussagen der Frauenbeauftragten der Stadt vor dem gewalttätigen Partner aus der Ehegemeinschaft geflohen. Um den Aufenthaltsort seiner Frau herauszubekommen, hatte der Mann einen Privatdetektiven engagiert. 

Nachdem er beobachtet habe, wie seine Frau die Kinder in die Kita gebracht hatte, habe er im Auto auf ihre Rückkehr der Ehefrau gewartet. Er habe gewollt, dass seine Frau denselben Schmerz verspüre wie er und wollte ihr zunächst die Kinder "entreißen", erklärte er vor Gericht. Den Mietwagen habe er geliehen "in der Absicht ihr weh zu tun, ihr Schmerzen zuzufügen."

Die Tat habe er als erweiterten Suizid geplant. Den Entschluss dazu habe er erst im Auto und somit kurz vor der Tat gefasst. Dort habe er beschlossen, "dass wir beide hier sterben". So hatte es auch sein Anwalt schon am vergangenen Dienstag dargestellt.

Staatsanwaltschaft: Mord aus niedrigen Beweggründen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord vor. Laut Anklage hatte der deutsche Staatsbürger im Oktober 2019 seine Frau mit einem angemieteten Auto angefahren und danach mit einem Beil und einer Axt auf sie eingeschlagen. Die Ermittler gehen von etwa 18 Hieben gegen den Kopf- und Halsbereich aus. Die Frau hatte bereits bei der Kollision tödliche Verletzungen erlitten.

Folgt das Gericht der Darstellung des Angeklagten, dass dieser einen erweiterten Suizid geplant habe, könnte das zu geminderter Schuldfähigkeit führen.

Sendung: hr 1, 20.05.2020, 13:10 Uhr