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Audioseite Fahrer nach Autorennen wegen Mordes angeklagt

Die Unfallstelle im Frankfurter Ostend

Ein SUV-Fahrer überfuhr im November in Frankfurt drei Menschen, zwei von ihnen starben. Jetzt ist der mutmaßliche Raser wegen Mordes angeklagt.

Zehn Monate nach einem Unfall mit zwei Toten und einer Schwerverletzten in Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Verursacher erhoben. Der 39-Jährige werde des zweifachen Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und des illegalen Autorennens beschuldigt, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag.

Der Unfall hatte sich Ende November des vergangenen Jahres in der Nähe der Europäischen Zentralbank ereignet. Der Beschuldigte war mit seinem 625-PS-starken Auto im Ostend unterwegs und beschleunigte an mehreren Ampeln stark. Laut Anklage hatte er in seinem SUV das System ausgeschaltet, mit dem das Auto stabilisiert wird. Dadurch sei das Heck ausgebrochen, als er mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde und durchgetretenem Gaspedal durch die Stadt gerast sei.

Zwei Männer getötet

Das Auto erfasste einen 27 Jahre alten Fahrradkurier, eine stark sehbehinderte Studentin und ihren Vater. Die 31-jährige Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen und leidet seither massiv unter den körperlichen und psychischen Folgen. Ihr 61 Jahre alter Vater und der Fahrradkurier wurden getötet.

Oberstaatsanwältin Niesen zufolge geht die Anklage vom Mordmerkmal der Gemeingefährlichkeit aus. Der Fahrer habe durch seine riskante Fahrweise und das deaktivierte Sicherheitssystem zumindest billigend in Kauf genommen, andere Verkehrsteilnehmer "auch tödlich" zu verletzen.

Fahrer fiel mehrfach im Straßenverkehr auf

Der mutmaßliche Täter war im März dieses Jahres festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er soll laut Anklage mehrfach wegen Straßenverkehrsdelikten auffällig geworden sein und vier Mal an medizinisch-psychologischen Untersuchungen teilgenommen haben. Der SUV-Fahrer sprach von einem Unfall und sagte, der Mordvorwurf sei falsch.

Verhandlungstermine vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt stehen noch nicht fest.

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