Ali B. schüttelt einem seiner Verteidiger die Hand

Vor einer Woche verurteilte das Wiesbadener Landgericht Ali B. wegen Mordes an der Schülerin Susanna. Ob das Urteil Bestand hat, ist ungewiss. Die Verteidiger des jungen Mannes haben nun Revision eingelegt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Verteidigung legt Revision ein

Ali B. beim Prozessauftakt
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Das Urteil des Landgerichts Wiesbaden bedeutete für Ali B. die Höchststrafe: lebenslange Haft und die besondere Schwere der Schuld. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit für den 22 Jahre alten irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen, möglicherweie muss er sogar länger als 15 Jahre im Gefängnis sitzen. Gegen dieses Urteil legte die Verteidigung nun Revision ein, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch sagte. Aus welchem Grund, sei unklar. Die Begründung für die Revision folge, wenn den Beteiligten das schriftliche Urteil vorliege.

Die Richter sahen es in ihrem Urteilsspruch in der vergangenen Woche als erwiesen an, dass Ali B. die 14-jährige Susanna aus Mainz Ende Mai 2018 in einem Wald in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hatte. Etwa zwei Wochen danach fand die Polizei die Leiche des Mädchens in einem Erdloch neben einem Bahngleis. Ali B. hatte sie dort vergraben.

Mögliche Sicherungsverwahrung und Schmerzensgeld

Da die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde, hielt sich das Gericht die Möglichkeit einer Sicherungsverwahrung vor, die an die lebenslange Haftstrafe anschließt. Zusätzlich soll der Verurteilte je 50.000 Euro Schmerzensgeld an die Mutter und die Schwester der Getöteten zahlen.

Ali B. äußerte aus Sicht des Gerichts während des vier Monate dauernden Mordprozesses kein ernst zu nehmendes Wort des Bedauerns. Zwar hatte er gleich zu Beginn der Hauptverhandlung eingeräumt, Susanna F. getötet zu haben. Er habe aber weder Reue noch Mitgefühl gezeigt, hieß es in der Urteilsbegründung.

"Eine Verantwortungsübernahme hätte das Geschehene nicht ungeschehen machen können", sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk. Sie hätte seiner Meinung nach aber Susannas Mutter die Chance gegeben, einen Neuanfang in einem Leben ohne ihre Tochter zu erreichen. Dazu sei der Angeklagte jedoch nicht bereit, vielleicht auch nicht in der Lage gewesen.

Sendung: hr-iNFO, 17.07.2019, 14 Uhr