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Die Spurensicherung vor dem Wohnhaus in Mörlenbach im August 2018. Bild © hr

Nach dem gewaltsamen Tod ihrer beiden Kinder sind die Eltern angeklagt worden. Sie sollen vor der anstehenden Zwangsräumung erst ihre Kinder getötet und dann ihr Haus angezündet haben.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Fund zweier Kinderleichen in einem brennenden Haus in Südhessen hat die Staatsanwaltschaft die Eltern angeklagt. Dem Mann und der Frau werde heimtückischer Mord und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde in Darmstadt am Montag mit.

Kinder getötet, dann Feuer gelegt

Der 59-Jährige und seine 46 Jahre alte Frau sollen angesichts einer drohenden Zwangsvollstreckung Mitte August 2018 den Entschluss gefasst haben, ihr Wohnhaus in Mörlenbach (Bergstraße) anzuzünden und sich gemeinsam mit ihren Kindern zu töten. Ihre zehnjährige Tochter und den 13 Jahre alten Sohn hätten sie den Ermittlungen zufolge "durch stumpfe und scharfe Gewalteinwirkung" getötet und dann Feuer gelegt.

Mutmaßlich seien dabei ein Hammer und ein Messer zum Einsatz gekommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Rettungskräfte hätten die Eltern daran gehindert, "ihrem eigenen Leben durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ein Ende zu setzen", erklärte die Behörde weiter. Das Paar wurde aus einem Auto mit laufendem Motor in der Garage des Hauses gerettet.

Finanzielle Probleme

Die Leichen der Kinder waren bei den Löscharbeiten gefunden worden. Eine Obduktion ergab, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurden. Die Eltern wurden daraufhin in Untersuchungshaft genommen.

Das Haus war zuvor zwangsversteigert worden und sollte laut Insolvenzverwalter am Morgen der Tat an an den neuen Besitzer übergeben werden. Nachbarn zufolge waren die Geldprobleme des Ärztepaars im Ort bekannt gewesen.