Ein Murmeltier lugt im Hintersteiner Tal bei Bad Hindelang (Bayern)aus seinem Bau heraus.

Kommt jetzt der Frühling oder bleibt es winterlich kalt in den nächsten Wochen? Eine Antwort hat jährlich am 2. Februar in den USA ein Murmeltier. Ob sie stimmt, ist eine andere Frage. Wir blicken deshalb mit unserem Wetterexperten auf die Lage.

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Es ist meteorologisch ungebildet und kann nicht einmal eine Messstation richtig ablesen - dennoch ist das Murmeltier wenigstens für einen Tag weltweiter Wetterexperte.

Der 2. Februar ist Murmeltier-Tag - ein Nager mit dem Namen Phil prophezeit deshalb das Wetter. Dieser Brauch in den USA ist mittlerweile ein weltweit beachtetes Spektakel - wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Murmeltier Phil (dpa)

Die Legende besagt: Sieht das Murmeltier Phil am 2. Februar seinen Schatten, erschrickt es sich und zieht sich in seinen Bau zurück. Das bedeute noch sechs weitere Wochen Winter. Würde die Sonne nicht scheinen und das possierliche Tierchen seinen Schatten demnach nicht sehen, steht das umgekehrt für einen rasch eintretenden Frühling.

Berühmt wurde die Legende 1993 durch den Hollywood-Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", in dem Schauspieler Bill Murray in einer Zeitschleife in der Stadt Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania gefangen ist, dort wo auch in der echten Welt Murmeltier Phil lebt.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Laut Murmeltier bleibt der Winter, laut hr-Wetter nicht

Dort, im Örtchen Punxsutawney, wurde die Prophezeiung des Murmeltiers Phil indes per Livestream in die ganze Welt übertragen. So konnten alle zuschauen, als Murmeltier Phil am Mittwoch angeblich sechs weitere Wochen Winter vorhersagte.

Die Prognose des Tieres ist allerdings nicht wirklich zuverlässig - eher zuverlässig falsch. In nur 37 Prozent der Fälle, so rechnet es ARD-Wetterexperte Sven Plöger in einem Podcast des SWR aus, liege das Murmeltier richtig. Es wisse daher nicht mehr oder weniger als jeder andere auch.

Das Datum, der 2. Februar, hat wohl deutsche Wurzeln: An diesem Tag wird Mariä Lichtmess gefeiert. Eine alte Bauernregel für dieses Fest besagt: "Ist's an Lichtmess hell und rein, wird's ein langer Winter sein, wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."

Kommt der Frühling bald oder bleibt es noch länger kalt?

Meteorologen tun sich - ganz im Gegenteil zu berühmten Murmeltieren - äußert schwer damit, eine sechswöchige Wetterprognose abzugeben. "Es funktioniert leider nicht", erklärt Tim Staeger aus der hr-Wetterredaktion. Nur weil an einem bestimmten Tag eine bestimmte Wetterlage vorliege, habe das keine Auswirkungen auf einen Zeitraum von sechs Wochen.

Solche Bauernweisheiten oder Legenden seien mehr Wunsch als Wirklichkeit. Man versuche dabei kompliziertes Wetter auf eine einfache Regel herunterzubrechen.

Winter scheint zum Großteil überwunden

Eine klare Aussicht auf einen bald eintretenden Frühling kann der Meteorologe demnach noch nicht geben. Der Winter hingegen scheint größtenteils überwunden, denn die aktuelle Wetterlage zeige sich alles andere als winterlich.

"Eine lang anhaltende Kältewelle sind in den Wettermodellen derzeit nicht zu sehen", sagt Staeger. "Einen späten Wintereinbruch kann es aber bis Ende März noch geben." Möglichweise behält das Murmeltier also doch Recht.

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