Stephan Ernst

Ermittler haben bei dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan Ernst Aufzeichnungen über Personen und Objekte gefunden. In der Datensammlung befindet sich nach hr-Informationen auch die Jüdische Gemeinde Kassel.

Das Landeskriminalamt (LKA) hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass bei der Auswertung von sichergestellten Datenträgern von Stephan Ernst Aufzeichnungen über etwa 60 Personen und Objekte gefunden wurden. Bei den Menschen handelt es sich überwiegend um Personen des öffentlichen Lebens, außerdem um Journalisten, die zum Beispiel über NPD-Demonstrationen berichtet haben.

Zudem standen in der Liste nach hr-Informationen auch die Jüdische Gemeinde Kassel und ein einzelnes Gemeindemitglied. Stephan Ernst soll die Daten vor allem im Zeitraum 2001 bis 2007 gesammelt haben.

Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung sieht das LKA derzeit nicht, alle auf der Liste Befindlichen seien dennoch informiert worden. Stephan Ernst, der rechtsextremen Gruppierungen angehört, soll am 2. Juni den damaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walther Lübcke erschossen haben. Ernst sitzt derzeit in Kassel in Untersuchungshaft.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 29.11.2019, 19.30 Uhr