Johanna Bohnacker
Der Angeklagte (li.) soll die damals achtjährige Johanna Bohnacker (re.) ermordert haben. Bild © picture-alliance/dpa

Im Mordprozess um den Tod der kleinen Johanna Bohnacker hat der Angeklagte vor Gericht Details aus seinem Leben preisgegeben. Der 42-Jährige sprach über seine Kindheit, exzessiven Drogenkonsum und sexuelle Vorlieben.

Der Angeklagte, der 1999 die damals achtjährige Johanna Bohnacker ermordert haben soll, hat am Mittwoch vor dem Landgericht Gießen aus seinem Leben erzählt. Der Angeklagte schilderte zunächst seine Kindheit und Jugend. Seine leiblichen Eltern habe er nie kennen gelernt, da er unmittelbar nach der Geburt von Pflegeeltern adoptiert worden sei. Mit 17 sei er ausgezogen und früh mit Drogen in Kontakt gekommen.

Exzessiver Drogenkonsum im Studium

Während des Studiums, das er abbrach, habe er exzessiv Marihuana, Speed, LSD und Ecstasy konsumiert. Versuche, beruflich Fuß zu fassen, blieben erfolglos. Finanziert habe er sein Leben von einer größeren Erbschaft.

Der Mann berichtete vor Gericht zudem von gescheiterten Beziehungen zu Frauen und diversen Sexualpraktiken, unter anderem mit Exkrementen.

Sexuell reizvoll seien für ihn besonders Mädchen ab 13 Jahren gewesen. Als er Johanna vor fast neun Jahren entführte, habe die damals Achtjährige unter dem Einfluss von Drogen älter auf ihn gewirkt.

Angeklagter spricht von Unfall

Der 42-Jährige soll im September 1999 das kleine Mädchen aus Ranstadt in der Wetterau in sein Auto gezerrt, missbraucht und ermordet haben. Im Oktober 2017 war der Tatverdächtige gefasst worden.

Zuletzt hatte der mutmaßliche Täter zwar die Entführung des Kindes eingeräumt, den Tod aber als Unfall geschildert. Zu einem sexuellen Missbrauch, wie es ihm die Anklage vorwirft, sei es nicht gekommen. Er räumte allerdings ein, so etwas an dem Tattag vorgehabt zu haben. Der Vorsitzende Richter sagte dazu wörtlich: "Ich glaube Ihnen kein Wort."

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