In Wiesbaden hat die Bundesanwaltschaft einen Mann geschnappt, der Islamisten in Syrien finanziert haben soll. Der 30-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Weitere Festnahme nach Razzien

Hände mit Handschellen gefesselt
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Die Bundesanwaltschaft hat in Wiesbaden einen Mann festnehmen lassen, der im Verdacht steht, Terrorismus finanziert zu haben. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde sagte am Freitag, er befinde sich in Untersuchungshaft. Nach hr-Informationen handelt es sich um einen 30 Jahre alten Mann, der in Wiesbaden wohnt.

Die Festnahme steht im Zusammenhang mit Razzien in mehreren Bundesländern am vergangenen Donnerstag. Angaben der Bundesanwaltschaft zufolge sitzen seitdem zwei weitere Männer und eine Frau in Untersuchungshaft. Sie alle sollen zu einem internationalen Netzwerk gehört haben, das militante Islamisten in Syrien mit Geld unterstützt. Zentrale Figur soll ein Mann in dem Bürgerkriegsland sein, der über eine Internet-Plattform zu Spenden aufruft.

Terrorgruppe will Assad stürzen und "Gottesstaat" errichten

Die Ermittler hatten am 7. Januar auch Wohnungen und Räume von elf weiteren Beschuldigten in mehreren Bundesländern durchsucht. Dazu gehörte den Angaben zufolge auch der jetzt Festgenommene. Bei den weiteren Ermittlungen habe sich der Verdacht gegen ihn erhärtet. Die Bundesanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass auch dieser Mann, der deutscher Staatsangehöriger ist, als Finanzmittler Spenden in Empfang genommen und direkt an den Kopf des Netzwerks in Syrien weitergeleitet hat.

Außerdem soll er ihm im Mai 2020 eine Anleitung zum Verschleiern von Finanzströmen zur Verfügung gestellt haben. Das Geld sollte den Ermittlern zufolge Haiat Tahrir al-Scham zugutekommen, einem Zusammenschluss militant-islamistischer Terrorgruppierungen. Sie wollen gemeinsam den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stürzen, um einen "Gottesstaat" zu errichten. Kern der Anfang 2017 gegründeten Gruppe, die der Terrororganisation Al-Kaida nahesteht, ist die frühere Al-Nusra-Front.

Mit den Spenden sollten Waffen gekauft und Kämpfer unterstützt werden. Die drei anderen Beschuldigten, die bereits in U-Haft sind, waren vergangene Woche in Ulm, Delmenhorst und München festgenommen worden.

Sendung: hr-iNFO, 15.01.2021, 15 Uhr