Polizisten vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt
Polizisten vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Terroristen erhoben, der in Hessen festgenommen wurde. Noch als Jugendlicher soll der Somalier im Auftrag der Terrormiliz Al-Shabaab ein Attentat verübt haben. Der Prozess wird voraussichtlich in Frankfurt stattfinden.

Wegen Beihilfe zum Mord und versuchten Mordes muss sich der mutmaßliche Al-Shabaab-Terrorist Abduqaadir A. voraussichtlich in Frankfurt vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den 20-jährigen Somalier erhoben, wie die Behörde am Montag mitteilte. Zum Zeitpunkt der Taten war der Angeklagte noch ein Jugendlicher.

Abduqaadir A. war Mitte Februar in Mittelhessen festgenommen worden und sitzt seitdem in Frankfurt in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Frankfurt prüft nun zunächst die Anklage, ein Termin für den Prozess steht daher noch nicht fest.

Attentat auf Regierungsmitarbeiter

Der Angeklagte wurde laut Bundesanwaltschaft im Frühjahr 2012 in Mogadischu von der Terrormiliz Al-Shabaab rekrutiert und in einem Ausbildungslager im Umgang mit Waffen geschult. Zu diesem Zeitpunkt war er erst 14 Jahre alt. Im Auftrag der Terrormiliz soll er während der Ausbildung einen Attentäter unterstützt haben, der sein Opfer in einer Moschee mit drei Kopfschüssen tötete.

Kurz darauf habe Abduqaadir A. selbst in einem Lokal einen Anschlag auf einen somalischen Regierungsmitarbeiter verübt: Er schoss demnach mehrfach auf den Mann, verletzte ihn aber nicht tödlich.

Flucht nach Deutschland

Weil der Auftrag fehlschlug, sei er von der Terrormiliz festgenommen worden. Er habe im Oktober 2012 fliehen können und sei im Juni 2014 nach einer Flucht über Kenia, Uganda, Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland gekommen.

Im Februar 2018 wurde er von der hessischen Polizei festgenommen.

Sendung: hr-iNFO, 14.05.2018, 12.00 Uhr