Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen einen 28-Jährigen aus Wetzlar erhoben. Der Syrer soll Mitglied der Terrororganisation "Islamischer Staat" gewesen sein. Ihm werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt.

Audiobeitrag

Audio

Mutmaßliches IS-Mitglied angeklagt

Ende des Audiobeitrags

Die Anklageschrift ist umfangreich. Gegen den Syrer besteht der Verdacht des Kriegsverbrechens, der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Der Mann kam Ende 2015 nach Deutschland. Er habe in Wetzlar gewohnt und sei dort im August letzten Jahres festgenommen worden, sagte Sprecher Nils Lund. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

28-Jähriger soll an Leichenschändung beteiligt gewesen sein

Der Mann soll im Dezember 2013 als Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" (FSA) bei Gefechten um die Stadt Homs an der Schändung einer Leiche eines getöteten Soldaten der syrischen Streitkräfte beteiligt gewesen sein. Ab Februar 2014 soll er sich dann der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Dort absolvierte er den Angaben zufolge eine 15-tägige Ausbildung, bei der er auch im Einsatz mit Waffen geschult worden sein soll. Dem 28-Jährigen wird vorgeworfen, für den IS Wachdienste verrichtet, an Kampfhandlungen teilgenommen und mit Rohstoffen, insbesondere Rohöl, gehandelt zu haben. Dabei soll er zeitweise die Verfügungsgewalt über ein vollautomatisches Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow AK-47 und über ein russisches 23mm-Geschütz ausgeübt haben.

Der Prozess gegen den 28-Jährigen beginnt laut Generalstaatsanwaltschaft voraussichtlich im Sommer.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen