Zerstörte Bushaltestelle am Frankfurter Opernplatz.

Mehrere Polizisten wurden im Juli bei den schweren Krawallen auf dem Frankfurter Opernplatz verletzt. Inzwischen wird gegen 21 Verdächtige ermittelt. Einer soll sich mit einem besonderen Wurfgeschoss hervorgetan haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 21 Tatverdächtige nach Ausschreitungen ermittelt

Ein junger Mann wirft eine Flasche in Richtung von Polizisten nahe des Opernplatzes in der Nacht zum 19. Juli
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Die Randale vom Opernplatz in Frankfurt im Sommer haben nicht nur die Lokalpolitik entsetzt. Nach einer Massenschlägerei waren in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli Polizeikräfte, die Verletzten helfen wollten, von einer großen Gruppe attackiert und mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Fünf Beamte wurden verletzt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Ausschreitungen als "absolut inakzeptabel" und forderte, die Verantwortlichen "umgehend zur Rechenschaft" zu ziehen.

Dem scheinen die Behörden ein Stück näher gekommen zu sein. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag berichteten, sind durch eine richterlich angeordnete Öffentlichkeitsfahndung vom August 21 Tatverdächtige namentlich ermittelt worden. Die Ermittler hatten Fotos aus der Randale-Nacht veröffentlicht, die Verdächtige zeigen.

Mit E-Scooter geworfen

Welcher Tatbestand den nun Ermittelten vorgeworfen wird, hängt laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft vom Einzelfall ab. Im Raum stünden etwa Landfriedensbruch und Körperverletzung. Einer der mutmaßlichen Täter hat sich laut Mitteilung wohl besonders hervorgetan. Er soll 34 Flaschen, fünf Mülltonnen und selbst einen E-Scooter als Wurfgeschoss benutzt haben.

Der Opernplatz hatte sich während der Corona-Krise zu einem Party-Hotspot entwickelt. Weil die Clubs der Stadt wegen der Pandemie nicht öffnen durften, versammelten sich an den Sommer-Wochenenden immer wieder große Gruppen von Feierlustigen unter freiem Himmel.

Polizeipräsident: "Negativer Höhepunkt"

Hatten die Partyabende meist friedlich begonnen, fanden sich zu vorgerückter Stunde zunehmend Menschen ein, die laut Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) auf Randale aus waren. Immer wieder wurde auch von Beschimpfungen der Einsatzkräfte berichtet.

Die Nacht auf den 19. Juli war dann das, was Polizeipräsident Gerhard Bereswill als den "absoluten negativen Höhepunkt" einer wochenlangen Entwicklung bezeichnete. Dass jeder Steinwurf gegen Streifenwagen, der auch traf, von der Menge bejubelt worden sei, mache ihn fassungslos.

Beruhigung nach Sperrstunde

Als Konsequenz aus den Ausschreitungen verhängte die Stadt für den Platz ein Betretungsverbot in den Nächten zu Samstag und Sonntag jeweils von 1 bis 5 Uhr. Kontrollen wurden verschärft. Die Lage beruhigte sich daraufhin wieder. Nach sechs Wochen schließlich hob man die Sperrstunde wieder auf.

Sendung: hr3, 5.10.20, 14 Uhr