Frau auf einem E-Bike
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Ein defekter E-Bike-Akku hat ein Feuer in einem Fahrradgeschäft in Bad Vilbel verursacht. Wir erklären, weshalb Akkus explodieren können und was E-Bike-Besitzer beachten sollten.

300.000 Euro Schaden alleine am Gebäude und mindestens 70 Fahrräder zerstört - das ist die Bilanz eines Brandes in einem Fahrradladen in Bad Vilbel (Wetterau) Anfang Dezember. Brandermittler machten als Ursache für das Feuer einen defekten Akku an einem E-Bike aus.

Ladeninhaber Oliver Bausum berichtete, der betroffene Akku sei nicht an einem Ladegerät angeschlossen, sondern direkt am Fahrrad eines Kunden angebracht gewesen. Das E-Bike sollte wegen kleinerer Schäden repariert werden.

Brände endeten bislang glimpflich

Warum der defekte Akku in der Nacht explodierte und Feuer fing, ist noch nicht bekannt. Zum Hersteller und zum Alter des Akkus wollte die Polizei auf Nachfrage auch keine Angaben machen.

Der explodierte E-Bike-Akku in Bad Vilbel ist nicht der erste Fall in diesem Jahr. Auch in Wiesbaden brach wegen eines defekten Akkus ein Feuer aus. Der Vorfall im vergangenen Mai ging relativ glimpflich aus, verletzt wurde niemand.

Warum können E-Bike-Akkus explodieren?

Ein Grund, weshalb Akkus in Brand geraten können, ist laut dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), dass diese beim Sturz in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei kann etwa ein verrutschtes Kabel im Inneren der Batterie einen Kurzschluss auslösen, der wiederum den Akku in Brand setzen oder sogar zum Explodieren bringen kann. Defekte Akkus erkennt man zum Beispiel daran, dass sie keine Reaktion mehr zeigen oder die Laufzeit plötzlich stark verkürzt ist.

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Tipps vom ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat in einer Broschüre einige Tipps für die richtige Pflege und Nutzung von E-Bike-Akkus zusammengestellt: Download-Link (PDF)

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Ein anderer möglicher Grund für eine Explosion kann laut Akku-Hersteller eine defekte Trennwand zwischen den Elektrodenräumen, der sogenannte Separator, im Innern des Akkus sein. Diese Trennwand kann durch übermäßige Hitze, einen Sturz oder einen Produktionsfehler beschädigt werden und in der Folge ebenfalls einen Kurzschluss auslösen. Im Inneren des Akkus können dann durchaus Temperaturen von über tausend Grad entstehen.

Was sollten E-Bike-Besitzer beachten?

Um solche Szenarien zu vermeiden, sollten E-Bike-Besitzer Folgendes beim Umgang mit ihren Akkus beachten. Dies gilt vor allem für die weit verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus:

  • Der Akku sollte sich laut Verbraucherzentrale vom Rad abnehmen und außerhalb laden lassen.
  • Grundsätzlich sollten die Akkus nur mit den dafür vorgesehenen Ladegeräten geladen werden, und zwar bei Temperaturen zwischen zehn und dreißig Grad. Darüber oder darunter erhöht sich die Gefahr eines Kurzschlusses. Akkus mögen also weder Hitze noch Kälte.
  • Wer sein E-Bike längere Zeit nicht benutzt, etwa über den Winter, sollte den Akku vom Fahrrad entfernen und optimalerweise im halbvoll geladenen Zustand bei etwa zehn bis 15 Grad lagern. Das empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Ideal dafür ist zum Beispiel ein Kellerraum.
  • Wird ein leerer Akku längere Zeit gelagert, besteht die Gefahr einer sogenannten Tiefentladung. In diesem Fall besteht das Risiko, dass der Akku beim Wiederaufladen in Brand gerät. Experten raten deshalb davon ab, einen entladenen Akku wieder zu verwenden.
  • Stand ein Akku längere Zeit zum Beispiel in einer kalten Garage, sollte er erstmal eine Weile bei Zimmertemperatur abgestellt werden, bevor er wieder aufgeladen wird. Beim ersten Wiederaufladen sollte man vorsichtshalber in der Nähe bleiben. Ungeachtet dessen sollte in Räumen, wo geladen wird, ein Rauchmelder angebracht sein.
  • Beschädigte Akkus sollten auf keinen Fall mehr benutzt oder selbst geöffnet werden. Man sollte den kaputten Akku zum Händler bringen und gegen ein baugleiches Modell austauschen.
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E-Bikes immer beliebter

Elektrofahrräder werden immer beliebter: Die Zahl der Haushalte in Deutschland mit einem E-Bike hat sich laut Statistischem Bundesamt binnen drei Jahren verdoppelt. So gab es im Jahr 2014 in 1,2 Millionen Haushalten Elektroräder. Bis Anfang 2017 stieg die Zahl auf 2,3 Millionen Haushalte an. Die Gesamtzahl der E-Bikes in Privathaushalten erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 1,6 Millionen auf rund 3,1 Millionen.

In Hessen verfügten Anfang dieses Jahres von den rund drei Millionen Haushalten etwa 227.000 über mindestens ein E-Bike. Das entspricht einem Anteil von rund 7,6 Prozent. Wie oft ein defekter E-Bike-Akku zu einem Brand führte, wird in Hessen statistisch nicht erfasst.

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