Polizeieinsatz

Online ist die Stadt Frankfurt nach einem Cyber-Angriff wieder. Aber reibungslos geht anders. In einer Kfz-Zulassungsstelle lagen angesichts langer Schlangen die Nerven blank.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ärger an der Zulassungsstelle

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Ob Stadtbüros, Büchereien oder Kfz-Zulassungsstellen: Nach einem mutmaßlichen Cyber-Angriff auf Frankfurt und seine IT-Infrastruktur hieß es bereits am Donnerstagabend seitens der Stadt: "Alle Systeme laufen wieder." Reibungslos, das zeigte ein Vorfall an der Zulassungsstelle am Rebstockgelände am Freitagmorgen, sieht allerdings anders aus.

Weil auch am Morgen noch die Verbindung zum Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gekappt war, kam es zu größeren Verzögerungen, als Frankfurter ihre neuen Autos zulassen wollten. Eine lange Schlange und vorweihnachtlich strapazierte Nerven führten unweigerlich zu Streit. Die Gemüter hatten sich nach Angaben des Ordnungsamts so sehr erhitzt, dass Mitarbeiter schlussendlich die Polizei rufen mussten.

Schadsoftware als städtische E-Mail getarnt

Die Stadt hatte nach dem Eingang einer als städtischer E-Mail getarnten Schadsoftware ihren Bürgerservice am Donnerstag stark eingeschränkt und ihr IT-System vorsichtshalber vom Netz genommen. Ein Schaden wurde bislang nicht erkannt, der aggressive Virus namens Emotet sorgte aber auch im Nachgang noch für Verzögerungen.

Wer sein neues Auto nicht unbedingt benötigt, wurde gebeten, die Zulassungsstelle wegen der Überlastung am Freitag noch zu meiden. Auch im zentralen Stadtbüro war der Andrang vor dem Wochenende noch groß. Berichte über Schubsereien gab es hier aber nicht.

Bad Homburg noch nicht auf der Höhe

Bei der Stadtverwaltung in Bad Homburg ist das Computersystem nach einem Cyber-Angriff dagegen noch abgeschaltet. Alles sei noch runtergefahren, sagte ein Stadtsprecher am Freitag. Derzeit laufe die Fehlersuche.

Bürger könnten zwar in den Ämtern anrufen, detaillierte Informationen seien aber mangels Zugriff auf die elektronischen Akten nicht zu bekommen. Man arbeite mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Einige Mitarbeiter seien dafür aus dem Urlaub zurückgeholt worden. Ziel sei es, bis spätestens Montag wieder normal arbeiten zu können. Die Stadt geht davon aus, dass sich eine Schadsoftware wie in Frankfurt über eine gefälschte E-Mail oder aber über das Gast-WLAN eingeschlichen hat.

Im Bad Homburger Stadtbüro herrschte am Freitag gezwungenermaßen gemütlicher Betrieb.

Sendung: hr-iNFO, 20.12.2019, 12 Uhr