Nach dem Brand stehen nur noch die Grundpfeiler des Goetheturms.

Eine Brandserie hielt vor zwei Jahren die Frankfurter in Atem. Während die Polizei noch immer ermittelt, beginnen die ersten Aufbauarbeiten. Der Goetheturm soll im Jahr 2020 wieder stehen.

Bethmannpark Frankfurt

Mehrere Holzbauten waren in Frankfurt in Flammen aufgegangen - nun beginnen die ersten Maßnahmen, um sie neu zu errichten. Zuerst werden noch im März die komplizierten Arbeiten an einem chinesischen Wasserpavillon im Bethmannpark beginnen, wie der Leiter des Grünflächenamtes, Stephan Heldmann, sagte. Dazu reisten eigens Handwerker aus China an.

Acht Monate Bauzeit für Goetheturm

Der abgebrannte Goetheturm soll von der zweiten Jahreshälfte an neu erstehen. Der Holzturm war der spektakulärste Fall in einer ganzen Reihe von Brandstiftungen an Holzgebäuden, die sich im Jahr 2017 ereignete. Möglichst originalgetreu soll das Frankfurter Wahrzeichen im Stadtwald neu errichtet werden und Mitte 2020 nach sieben bis acht Monaten Bauzeit fertig sein, wie ein Sprecher des Baudezernats sagte. Auf einem Spendenkonto seien inzwischen 162.000 Euro eingegangen.

Der alte Goetheturm

Der Frankfurter Goetheturm war eines der höchsten aus Holz errichteten Gebäude Deutschlands, für Generationen von Frankfurtern ein beliebtes Ausflugsziel im Stadtwald - und ein Wahrzeichen der Stadt. Er fiel dem in der Nacht zum 12. Oktober 2017 gelegten Feuer zum Opfer. Errichtet worden war er 1931 aus Anlass des 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe und des Goethe-Jahrs 1932. Über 196 Stufen gelangten Besucher auf den 43 Meter hohen Turm und konnten dort die Aussicht über Wald und Skyline genießen. Der Turm war erst im Frühjahr 2014 nach fast einjähriger Sanierung wieder eröffnet worden.

Polizei vermutet Zusammenhang zwischen den Bränden

Der Morgentau-Pavillon im Frankfurter Grüneburgpark.

Im Frühjahr 2017 war auch ein Pavillon im Koreanischen Garten des Günthersburgparks abgebrannt, auch in diesem Fall ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Wann hier der Wiederaufbau beginnen könne, sei noch unklar, sagte Heldmann. Der chinesische Pavillon, der im Juni 2017 abgebrannt war, soll in etwa fünf Monaten fertig sein.

Die Ermittlungen wegen der Brandstiftungen dauern an, es gebe aber keine neuen Hinweise, sagte Polizeisprecherin Isabell Neumann. "Einen richtigen Beweis für eine Serientat haben wir nicht", sagte Neumann. Jedoch gebe es einige Gemeinsamkeiten zwischen diesen und weiteren Vorfällen: Immer handelte es sich um Holzobjekte, immer um ähnliche Tatzeiten. "Daher halten wir einen Zusammenhang für gut möglich." Nach den Brandstiftungen hatte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung für Hinweise von bis zu 5.000 Euro ausgeschrieben, die bei der Aufklärung der einzelnen Taten helfen können.