Es war ein hartes Stück Ermittlungsarbeit – inklusive Fahndung im Gemeindebrief und Stuhlprobe: Nach anderthalb Jahren hat Heuchelheim sein unappetitlichstes Problem gelöst. Ein Mann, der sein Geschäft auf Bürgersteigen verrichtete, scheint identifiziert.

Heuchelheim
Heuchelheim Bild © Gemeinde Heuchelheim

Er erleichterte sich stets nachts, meist zwischen 24 und 6 Uhr. In einem Zeitraum von rund anderthalb Jahren hinterließ ein Unbekannter in Heuchelheim (Gießen) seine Häufchen auf Bürgersteigen. Dutzende Male. Ein echtes "Scheiß-Thema" sei das für die Gemeinde gewesen, beklagt sich Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) im Gespräch mit dem hr. Mithilfe aufmerksamer Bürger hat Heuchelheim den Mann nun offenbar gefunden.

Die entscheidenden Tipps kamen nach einem Fahndungsaufruf im Gemeindebrief. Einen entsprechenden Bericht des Gießener Anzeigers bestätigte Steinz am Donnerstag. Mehrfach sei ein Ende 50 Jahre alter Mann auf frischer Tat ertappt worden. Die Identität des Verdächtigen ist bekannt, er bekommt nun Post aus dem Rathaus.

 "Ernstes Gespräch" angekündigt

Viel zu befürchten hat der Mann aber nicht. Man verbuche die Vorfälle unter dem Stichwort "Erregung öffentlichen Ärgernisses", sagte der Bürgermeister. Eine geringe Geldstrafe ist offenbar drin, mindestens aber werde der Mann zu einem ernsten Gespräch gebeten.

Leugnen ist übrigens zwecklos: Im Zuge der Fahndung hat die Gemeinde nämlich Stuhlproben genommen. Komme es hart auf hart im Fäkalien-Streit, sei so auch ein DNA-Vergleich möglich.

 Trittbrettfahrer unterwegs?

Besonders pikant: Der nun Verdächtige ist nicht der einzige, der sein Geschäft in den vergangenen Monaten in Heuchelheim öffentlich verrichtet hat. Laut Steinz wurden bereits zwei weitere Männer dabei beobachtet. Bei ihnen habe es sich nach den bisherigen Erkenntnissen aber um einmalige Verfehlungen gehandelt.