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Ein 18-Jähriger aus Gießen soll versucht haben, sich als IS-Terrorkämpfer ausbilden zu lassen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen ihn erhoben. In der Haft soll er sich weiter radikalisiert haben.

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Polizeiwagen vor einem Tempel in Luxor. In der ägyptischen Stadt soll der 18-jährige Gießener festgehalten werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wollte er zum IS? Anklage gegen 18-Jährigen aus Gießen

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Weil er versucht haben soll, sich als Terrorkämpfer ausbilden zu lassen, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 18 Jahre alten Mann aus Gießen erhoben. Sie wirft ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.

Vater vermutete Verwechslung

Isa el-S. war im Dezember vergangenen Jahres auf dem Flughafen im ägyptischen Luxor festgenommen worden, von wo aus er ursprünglich weiter auf die Halbinsel Sinai reisen wollte, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag. Er habe sich an jihadistischen Anschlägen beteiligen wollen. Dafür seien Unterweisungen im Gebrauch von Sprengstoff und im Umgang mit Waffen im Kampf für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) geplant gewesen.

Der 18-Jährige befand sich in Ägypten von Dezember bis Januar diesen Jahres drei Wochen in Ägypten im Gewahrsam, weil er von den Behörden vor Ort verdächtigt wurde, sich IS-Kämpfern anschließen zu wollen.

Sein Vater hatte im Januar eine Verwechslung vermutet und bestritt vehement, dass sein Sohn eine Nähe zu Terrorismus habe. Später startete er eine Online-Petition für seinen Sohn, 50.000 Menschen unterschrieben. Isa el-S. war offiziell ausgereist, um seinen Großvater zu besuchen, wurde aber schon bei der Einreise festgenommen.

Staatsanwaltschaft: Bombenbau-Anleitungen verbreitet

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft wirft dem 18-Jährigen in der Anklage auch vor, über Messenger-Dienste Videos und Fotos mit dem IS-Symbol für den Bombenbau und die Herstellung von Gift verbreitet zu haben.

Seit Mitte Januar sitzt er in Hessen im Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft hat er sich in der Haft weiter radikalisiert. Auch sein äußerliches Erscheinungsbild habe sich verändert: Er trage unter anderem den für Islamisten typischen langen Bart.

Sendung: hr-iNFO, 26.07.2019, 15.00 Uhr