Ein Affe im Baum isst eine Banane

Äffchen streicheln, mit der Sommerrodelbahn fahren: Im ehemaligen Steinbruch von Amöneburg sollte das zum Vergnügen werden. Nach heftigen Protesten sind die Pläne vom Tisch.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kein Affenpark in Amöneburg

Lemur blickt schrög in die Kamera
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Affen nicht nur beobachten, sondern im begehbaren Gehege hautnah mit ihnen auf Tuchfühlung gehen - in Amöneburg wird das so schnell nicht Wirklichkeit. Die Alma Erlebnispark GmbH, die einen solchen Park inklusive Sommerrodelbahn auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs errichten wollte, hat endgültig einen Rückzieher gemacht. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Laut Stadtverwaltung hatte eine Bürgerinitiative in den vergangenen Monaten scharfe Kritik an den Plänen geübt. Eines der größten Bedenken: Die ursprünglich vorgesehenen Kattas und Siamangs würden zu viel Lärm machen. Die Investorenfamilie Görge plante daraufhin mehrfach um, wollte am Ende sogar auf Affen verzichten und stattdessen Erdmännchen und Lemuren zeigen.

"Persönliche Anfeindungen und Stimmungsmache"

Auf einen gemeinsamen Nenner kam man trotzdem nicht mehr. Bei einem Gespräch in der vergangenen Woche einigten sich Investoren und die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung zunächst darauf, einen professionellen Vermittler einzuschalten. Nun erklärte die Investorenfamilie ihren Rückzug.

In einer schriftlichen Begründung berichtet die Familie Görge von "Stimmungsmache aus der Bevölkerung, Falschinformationen und persönlichen Anfeindungen". "Diese Situation veranlasst uns, die Reißleine zu ziehen und von dem Vorhaben in Amöneburg Abstand zu nehmen." In Mecklenburg-Vorpommern betreibt die Familie bereits Erlebnisparks mit Affen, für Amöneburg habe das "bewährte Betriebskonzept" aber offenbar nicht funktioniert.

Was geschieht nun mit dem Steinbruch-Gelände?

Offen bleibt, was jetzt mit dem ehemaligen Steinbruch passiert. Bürgermeister Michael Plettenberg (parteilos) teilte mit, die Stadt hege seit langem den Wunsch, auf dem Gelände ein touristisches Angebot zu schaffen. Dafür wolle man auch weiterhin einen privaten Investor gewinnen. Plettenberg sieht nun die Kommunalpolitiker in der Pflicht, neue Konzepte zu erarbeiten. Die Zeit passe gut, schließlich würden gerade die Programme für die nächsten Kommunalwahlen geschrieben.