Ankunft des verurteilten Doppelmörders Jens Söring am Frankfurter Flughafen

Er sei dankbar und überwältigt, sagte Jens Söring nach seiner Landung am Frankfurter Flughafen. Über 33 Jahre saß er im Gefängnis - wegen eines Doppelmords, den er bis heute bestreitet. In Deutschland will der mittlerweile 53-Jährige jetzt Zeit für sich und seine Unterstützer.

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zum Video Die Rückkehr des Jens Söring

hessenschau vom 17.12.2019
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Nach seiner Rückkehr aus den USA hat sich der ehemalige Häftling Jens Söring glücklich gezeigt. "Das ist der schönste Tag meines Lebens", sagte er am Dienstag nach der Landung am Frankfurter Flughafen. Freunde und Unterstützer hatten ihn dort in Empfang genommen. Sie jubelten, als Söring die Halle betrat, in der sich Dutzende Medienleute postiert hatten.

Söring: "Will zur Ruhe kommen"

Söring sagte, er wolle nun erst einmal psychologisch und emotional ankommen in Deutschland. Er habe das Land seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Er freue sich über das große Medieninteresse, bitte aber, seine Privatsphäre zu respektieren.

Söring saß 33 Jahre lang im Gefängnis, die meiste Zeit davon in den USA. 1990 wurde er wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit und polarisiert noch immer.

In Deutschland auf freiem Fuß

Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November entschieden, den deutschen Diplomatensohn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen.

Seine Unterstützer und Freunde haben in Deutschland nach eigenen Angaben eine Wohnung, ein Handy und Kleidung für Söring besorgt. Der Ex-Häftling will demnach nach seiner Ankunft erst einmal Urlaub machen und dann durch Deutschland reisen, um seine Unterstützer zu besuchen.

Sendung: hr-iNFO, 17.12.2019, 14 Uhr