Löscharbeiten im Michelstadt
Löscharbeiten im Michelstadt Bild © KeutzTV-News

Nach dem Brand in einem Wohnhaus in Michelstadt mit einer Toten haben Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen. Sie gehen von Brandstiftung aus.

Nach dem Brand eines Wohnhauses in Michelstadt (Odenwald) ist die Leiche obduziert worden, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten gefunden hatte. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei der Toten um die 67-jährige Bewohnerin des Fachwerkhauses handelt. Ein DNA-Abgleich stehe aber noch aus, teilten die Staatsanwaltschaft Darmstadt und die Kriminalpolizei Erbach am Samstagabend mit.

Die Frau habe zum Zeitpunkt des Brandes noch gelebt und sei durch das Feuer ums Leben gekommen. Zur Brandursache konnten die Ermittler noch nichts Genaues sagen, nur so viel: Das Feuer brach offenbar in einem von mehreren Schuppen hinter dem Haus aus und griff dann auf das Gebäude über.

Kein Hinweis auf technischen Defekt

Bislang deutet nach Angaben der Experten nichts auf einen technischen Defekt hin, deswegen werde nun wegen des Verdachts der Brandstiftung mit Todesfolge ermittelt. Das Fachwerkhaus sei durch den Brand nahezu komplett zerstört worden und einsturzgefährdet. Der Schaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 150.000 Euro.

Der Brand hatte in der Nacht zum Samstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Bei den Löscharbeiten waren die Einsatzkräfte auf eine Leiche gestoßen, die "bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war", wie ein Polizeisprecher in Darmstadt sagte.

Schutzhelm-Visier geschmolzen

Aufgrund der extremen Hitzeentwicklung hatten sich die Einsatzkräfte erst nach einiger Zeit ins Gebäude vorkämpfen können. Die Hitze war so stark, dass sogar das Visier eines Feuerwehrhelms schmolz.

Ein Bagger musste Gebäudeteile einreißen, damit die Feuerwehr die Glutnester bekämpfen konnte. Insgesamt waren 130 Feuerwehr- und Rettungskräfte im Einsatz. Verletzt wurde niemand, die Bewohner der angrenzenden Häuser konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Einsatzkräfte, die die Leiche fanden, wurden von der Notfallseelsorge betreut.

Sendung: hr1, 29.12.2018, 20 Uhr