Ein Kleintransporter steht in Flammen.

Kurz nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Jugendtrainer des SV Wehen Wiesbaden haben Unbekannte das Auto seines Stiefvaters in Brand gesteckt. Jugendliche sollen hinter dem möglichen Racheakt stecken.

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Brandanschlag nach Missbrauchsvorwürfen gegen Jugendtrainer

hs
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Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Jugendtrainer des Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden, Sven B., haben Unbekannte die Polsterei seines Stiefvaters in Hattersheim (Main-Taunus) aufgesucht und dessen Firmenwagen in Brand gesteckt. Das bestätigte die Polizei am Mittwoch auf Nachfrage.

Der Brandanschlag ereignete sich bereits in der Nacht zum Dienstag - wenige Stunden nachdem der hr über die Ermittlungen gegen den 34 Jahre alten B. berichtet hatte.

Ersten Erkenntnissen zufolge schlichen vier Jugendliche auf das Firmengelände in der Egerstraße, warfen eine Fensterscheibe der Polsterei ein und legten anschließend das Feuer. Dabei wurden sie von Zeugen beobachtet.

Die Täter seien geflüchtet und konnten bisher nicht gefasst werden. An Geschäft und Wagen entstand nach Polizeiangaben ein Schaden von insgesamt 50.000 Euro.

Handy mit Beweisvideos gefunden

Sven B. sitzt seit zwei Wochen in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, sieben Jungen betäubt und anschließend vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Juni gegen ihn, Ermittler hatten Ende Oktober seine Wohnung durchsucht und ein Handy mit belastenden Aufnahmen gefunden.

Der 34-Jährige selbst hatte nach seiner Festnahme zu den Vorwürfen geschwiegen, wie eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte. Er habe die Gelegenheit gehabt, sich vor dem Haftrichter zu äußern, dies aber nicht wahrgenommen.

Lange Haftstrafe droht

Auf dem Mobiltelefon des ehemaligen Trainers fanden die Ermittler Videosequenzen, "die zeigen, wie er sich an mehreren Tagen im Oktober 2021 an mutmaßlich schlafenden oder bewusstlosen minderjährigen Jungen sexuell vergeht". Diese Taten fanden in der Wohnung des Verdächtigen statt, wie die Sprecherin sagte.

Unklar ist weiterhin, ob es sich bei den Opfern um Jugendspieler des Vereins handelt. Ihre Identifizierung dauere an, hieß es. Der SV Wehen Wiesbaden hat den Mann bereits fristlos entlassen, bei einer Verurteilung droht dem 34-Jährigen laut Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.

Durchsuchung einer Keller-Wohnung

Wie die Bild berichtet, haben Ermittler am Mittwoch eine Keller-Wohnung in Hattersheim durchsucht, in der Sven B. oft Tage und Nächte verbracht haben soll. Dem Bericht zufolge sollen in dem Keller mehrere Computer und mehr als 100 Festplatten gefunden worden sein. Im Erdgeschoss über der Keller-Wohnung wohnen demnach seine Mutter und sein Stiefvater. Die Taten, die Gegenstand des Haftbefehls gegen den 34-Jährigen sind, sollen aber in seiner Wohnung begangen worden sein.

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