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Mord an Rentner - Mann wegen Mordes und Brandstiftung verurteilt

Löscharbeiten der Feuerwehr. In dem Haus starb der 79 Jahre alte Bewohner im Dezember 2018.

Er brach in das Haus eines Rentners ein, tötete ihn und legte einen Brand: Das Landgericht Kassel hat einen 41-Jährigen erneut wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Ein erstes Urteil war vom Bundesgerichtshof kassiert worden.

Als Rettungskräfte im Dezember 2018 zu einem brennenden Haus in Volkmarsen-Lütersheim (Waldeck-Frankenberg) gerufen wurden, fanden sie bei den Löscharbeiten einen toten Mann. Am Montag ist deshalb vor dem Landgericht Kassel ein 41-Jähriger aus Fulda wegen Mordes und Brandstiftung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er den Rentner getötet hat, weil er an dessen Geld wollte. Mit den erbeuteten Kreditkarten richtete er einen Schaden von rund 3.000 Euro an.

Der Mann habe demnach den 79-jährigen Rentner erschlagen, um den begangenen Einbruch und Diebstahl in dessen Haus zu verdecken. Dann soll er mit Benzin ein Feuer in dem Haus entfacht haben. Die Richter sehen darin die Mordmerkmale Habgier und Ermöglichung einer Straftat erfüllt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Beteiligten können binnen einer Woche Revision einlegen.

Fall bereits zum zweiten Mal verhandelt

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Landgericht in diesem Fall die Höchststrafe verhängte. Während des ersten Prozesses kam es zu einem Rechtsfehler, woraufhin der Bundesgerichtshof (BGH) den Schuldspruch vom Mai 2020 aufhob. Dabei habe das Gericht zwar das Tatgeschehen korrekt festgestellt, sein Urteil dann aber stellenweise falsch begründet, befanden später die obersten Richter in Karlsruhe.

Der BGH änderte den Schuldspruch auch dahin ab, dass der Mann nicht der "besonders schweren Brandstiftung", sondern der einfachen Brandstiftung schuldig sei. Eine besonders schwere Brandstiftung liegt etwa vor, wenn dabei der Tod eines Menschen herbeigeführt wird. In diesem Fall war das Feuer jedoch nicht die Todesursache. Weil das Mordmerkmal Verdeckungsabsicht nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte, hatten die Karlsruher Richter auch die Verurteilung wegen Mordes damals aufgehoben.

Der Angeklagte hatte in dem ersten Prozess bis zum Schluss geschwiegen. Dass er am Ende verurteilt wurde, lag neben vielen Indizien auch daran, dass er nach seiner Festnahme während der Fahrt im Polizeiwagen trotz Belehrungen der Beamten die Tat zugegeben hatte.