Bildkombo Hassia-Flaschen, ausgelaufene Säure
Im Hassia-Werk ist Säure ausgetreten. Bild © picture-alliance/dpa, Feuerwehr Bad Vilbel

Bei dem Säureunfall bei der Sprudelfirma Hassia in Bad Vilbel hat sich keiner der Mitarbeiter ernsthaft verletzt. Die Feuerwehr war bis tief in die Nacht zum Freitag im Einsatz.

Nach dem Säureunfall im Hassia-Werk in Bad Vilbel (Wetterau) haben die Reinigungsarbeiten bis nach Mitternacht gedauert. Wie Kreisbrandinspektor Lars Henrich am Freitag sagte, halfen Mitarbeiter der Sprudelfirma den Einsatzkräften bei der Beseitigung der Salpetersäure.

Die ätzende Flüssigkeit war am Donnerstagnachmittag in einer Werkshalle ausgetreten, als ein 1.000-Liter-Fass beim Verladen von einem Gabelstapler fiel. Laut Polizei traten 650 Liter der Flüssigkeit aus und verteilten sich in der mehrere tausend Quadratmeter großen Halle.

Sechs Mitarbeiter vorsorglich in Klinik

Fünf Angestellte der Firma waren zu dem Zeitpunkt des Austretens in der Nähe. Sie und ein weiterer Mitarbeiter kamen vorsorglich ins Krankenhaus, das sie alle noch am Abend wieder verlassen konnten, wie ein Sprecher der Polizei am Freitag sagte.

Schlimmstenfalls kann Salpetersäure Lungenödeme auslösen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Einschätzung von Feuerwehr und Polizei zu keinem Zeitpunkt. Von einer Straftat gehen die Beamten nicht aus. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist noch unklar.

Verdünnte Säure in Kläranlage ausgelöst

Der Unfall löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus, zeitweise waren rund 100 Feuerwehrleute vor Ort. Die ausgetretene Säure wurde nach Angaben von Kreisbrandinspektor Henrich zunächst mit Wasser verdünnt und anschließend der Kanalisation zugeführt.

Verdünnt sei die ätzende Flüssigkeit nicht mehr gefährlich für Menschen, so Henrich. Die Flüssigkeit sei über die Kanalisation in die örtliche Kläranlage geflossen, wo es für solche Havariefälle extra Becken zur Entsorgung gebe.

Säure sollte zum Reinigen benutzt werden

Salpetersäure wird in verdünnter Form zum Reinigen von Leitungen und Tanks aus Metall eingesetzt, wie eine Sprecherin von Hassia hessenschau.de auf Nachfrage erläuterte. Die Säure in dem Fass sei jedoch noch unverdünnt gewesen.

Sendung: hr1, 13.07.2018, 08:00 Uhr