Nach dem Tod eines Neunjährigen und seines Vaters an der A45 bei Dillenburg hat die Polizei in den sozialen Medien kursierende Spekulationen widersprochen. Es gebe keinen Hinweis auf eine Beteiligung Dritter.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizeisprecher: "Abschiedsbrief lag im Auto"

Polizeiabsperrung mit Flatterband
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In den sozialen Medien hätten "falsche Mutmaßungen und Rückschlüsse" kursiert, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag. Dort sei etwa ein Zusammenhang zum Mordanschlag am Frankfurter Hauptbahnhof vor knapp einer Woche hergestellt worden. Derartigen Spekulationen widersprach die Polizei vehement.

Ein Sprecher bekräftigte ausdrücklich, dass man üblicherweise über Suizide nicht berichte. Der vorliegende Fall habe allerdings in der Öffentlichkeit bereits reichlich Aufmerksamkeit erfahren. Daher habe man sich zu der Stellungnahme entschlossen.

Sohn von Brücke gestoßen

Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigem Ermittlungsstand davon aus, dass ein 36-Jähriger aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Sohn auf die Brücke der A45 zwischen Dillenburg und Herborn fuhr und sein Auto dort abstellte. Dann habe er zunächst seinen Sohn, der bei seiner Mutter im Landkreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen lebte, und dann sich selbst von der bis zu 68 Meter hohen Brücke in den Tod gestürzt.

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Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie verzweifelt sind und in einer bedrückenden Lebensituationen keinen Ausweg sehen: Suchen Sie sich Hilfe bei anderen Menschen. Das kann ein Gespräch mit Familienangehörigen oder Freunden sein. In seelische Krisen könne man immer wieder mal geraten, das sei nichts Unnormales, sagt Psychologe Thomas Schnelzer. Deshalb gibt es Hilfe und professionelle Beratungsangebote. Hier können Sie auch anonym bleiben. Die Telefonseelsorge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der Rufnummer 0800/1110111 erreichbar.

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Eine Verkehrsteilnehmerin hatte gegen 21.30 Uhr am Samstagabend die Einsatzkräfte alarmiert. Für den Mann und seinen Sohn kam jede Hilfe zu spät.

Mutter sah Abschiedsbrief im Internet

Die Ermittler fanden im Auto des Mannes einen Abschiedsbrief. Dem Bericht zufolge hatte sich die Mutter des Jungen an die Polizei gewandt, weil sie das Schreiben in den sozialen Medien gesehen hatte. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.