Einer der beiden Biberdämme in Bad König wird abgetragen

Die Fußballer in Bad König wollen ihren unter Wasser gesetzten Sportplatz zurückerobern: Ein angrenzender Biberdamm ist daher abgeflacht worden. Falls das nichts bringt, will der Bürgermeister härter durchgreifen.

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Eine matschige Angelegenheit: Mitarbeiter des Bauhofs haben am Montag einen der beiden Biberdämme neben dem Sportplatz in Bad König (Odenwald) abgeflacht. Dazu zogen sie Äste weg und verlegten ein dickes Rohr durch den Damm. Gleichzeitig wurde kontrolliert, dass die Eingänge zu den Biberburgen noch unter Wasser bleiben und die Biber in Ruhe gelassen werden.

Die Biber-Familie hatte am nahe gelegenen Seitenarm der Mümling, einem Zulauf des Mains, zwei Staudämme gebaut - in unmittelbarer Nähe des viel genutzten Fußballfelds der Turn- und Sportgemeinde (TSG). Das führte dazu, dass der Sportplatz teilweise überschwemmt wurde - das freiliegende Drainage-System war überfordert, das Regenwasser konnte nicht mehr richtig ablaufen.

Fußballplatz soll bald wieder bespielbar sein

Die Kurstadt und die TSG erhoffen sich durch die Absenkung, dass das aufgestaute Wasser auf ihrem Sportplatz wieder abfließt und er bald wieder bespielbar ist. "Heute wird ein Biberdamm abgesenkt, damit der Wasserspiegel etwas niedriger wird - in der Hoffnung, dass dann die Drainage wieder funktioniert", sagte Bürgermeister Axel Muhn (parteilos).

Für die TSG ist das Biber-Problem existentiell. Der Sportverein musste seinen Spielbetrieb auf dem Fußballfeld im vergangenen Oktober komplett einstellen. Laut Thomas Riedl von der TSG verließen schon einige Fußballer den Verein wegen der Biber-Situation.

Bürgermeister für Umsiedlung der Biber

Auch Bürgermeister Muhn will, dass die Situation für die Sportler schnell besser wird: Sollte die Absenkung nicht ausreichen, sollen die Tiere seiner Ansicht nach umziehen. "Wir sind der Meinung, dass eine Umsiedlung des Bibers unumgänglich ist", so Muhn. Die Stadt habe keine sechsstellige Summe, um eine Entwässerungsleitung zu bauen, die über 200 Meter lang sein müsste, um das Problem zu lösen.

NABU: "Umsiedlung wäre dramatischer Eingriff"

Für Naturschützer und das Regierungspräsidium Darmstadt, das letztendlich entscheidet, kommt eine Umsiedlung allerdings nicht in Frage. Natur- und Artenschutz verbieten es, die ansässigen Biber aus ihrer Umgebung zu entfernen.

Dies würde auch nichts bringen, sagte Martina Limprecht vom Naturschutzbund (Nabu): "Eine Umsiedlungsaktion wäre ein dramatischer Eingriff für die Tiere und hätte nur zur Folge, dass dieses freigewordene ideale Revier von dem nächsten Biber, der hier am Rand wartet, wieder besetzt wird."

Die Biber-Familie, die jetzt nahe des Sportplatzes in Bad König zu Hause ist, erwartet zudem gerade einen neuen Wurf.

Sendung: hr4, 17.02.2020, 17.30 Uhr