"Lockdown" steht im Schaufenster eines geschlossenen Kaufhauses auf der Frankfurter Zeil, das darunter zum Online-Einkauf rät (Archivbild). (dpa)

Kein Terminshopping mehr im Einzelhandel, Museen schließen, Sport bleibt unter Einschränkungen erlaubt: Seit Montag sind die neuen Beschlüsse des Corona-Kabinetts in Kraft.

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hessenschau vom 23.03.2021
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Der Corona-Lockdown wird bis zum 18. April fortgeführt, das ist seit vergangener Woche beschlossene Sache. Weitere Öffnungen wird es nicht geben, in manchen Bereichen bleiben die Regeln jedoch so, wie sie zuletzt waren. Anders als zunächst geplant, soll es an den Osterfeiertagen keine erweiterten Feiertage geben. Ein Überblick über die Beschlüsse, die seit diesem Montag (29. März) in Hessen gelten:

Kontaktbeschränkungen bleiben unverändert

Private Zusammenkünfte bleiben auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Kein "Click & Meet" mehr in den Geschäften

Der Einzelhandel muss seit Montag (29. März) zurück zum "Click & Collect". Es darf somit kein Einkaufen mit Terminen mehr geben, wie es bisher mit "Click & Meet" der Fall war. Der Grundbedarf soll aber weiterhin gedeckt sein. Das bedeutet: Supermärkte, Drogerien, Friseure, Gartenmärkte und Co. bleiben geöffnet.

"Weitere Öffnungsschritte kommen nicht in Betracht. Das tut weh", betonte Bouffier. Der Bund werde jedoch beauftragt, eine zusätzliche Beihilfe zu organisieren, so der Ministerpräsident weiter: "Diese soll unbürokratisch und schnell geschehen."

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Museen und Zoos

Zoos, botanische Gärten und Museen unter freiem Himmel bleiben geöffnet. Geschlossene Ausstellungshäuser, also die allermeisten Museen, und Tierhäuser können für das Publikum jedoch nicht länger öffnen.

Keine Änderungen im Sport

Im Sport wird es keine Änderungen geben. Die Fitnessstudios beispielsweise sollen weiter geöffnet bleiben. Man kann Termine vereinbaren, die Beschränkung auf eine Person auf 40 Quadratmetern bleibt bestehen. Kinder bis 14 Jahre dürfen zudem auf Außenflächen Sport betreiben. Ihre Zahl wird nicht beschränkt. Alle anderen dürfen mit zwei Hausständen und bis zu fünf Personen gemeinsam Sport ausüben. "Wir behandeln das auch unter Gesundheitsgesichtspunkten", erklärte Bouffier.

Keine landesweite Ausgangssperre

In Hessen soll es keine nächtlichen Ausgangssperren geben. Regional könne man das umsetzen, so Bouffier, je nach Infektionsgeschehen. Eine hessenweite Ausgangssperre sei nicht sinnvoll, so der Ministerpräsident weiter. Die Entscheidung vor Ort sei die klügste.

Gottesdienste wie an Weihnachten

An den Osterfeiertagen sind Gottesdienstbesuche möglich. Ministerpräsident Bouffier einigte sich mit den Spitzen der Evangelischen Kirchen und der Katholischen Bistümer auf eine Corona-Regelung wie zu den vergangenen Weihnachtsfeiertagen.

Danach gelten für den Besuch einer Kirche das Einhalten des Mindestabstandes von 1,5 Metern, entsprechende Hygienemaßnahmen, die Maskenpflicht, eine Kontaktdatenerfassung sowie ein Anmeldeerfordernis zu den besonders gut besuchten Gottesdiensten. Darüber hinaus soll nicht gemeinsam gesungen werden.

Zwei Besucher pro Tag in Pflegeheimen

Die Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen werden erweitert. Ab Gründonnerstag (1.4.) dürfen nun zwei Personen pro Tag bei den Bewohnern zu Besuch sein.

Doch kein fünftägiger Oster-Lockdown

Die zunächst beschlossene "Osterruhe" wurde von der Bundesregierung wieder gekippt. Eigentlich sollten Gründonnerstag und Karsamstag einmalig als Ruhetage definiert, Schulen und Geschäfte geschlossen und weitgehende Kontaktbeschränkungen verhängt werden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm die Maßnahmen persönlich wieder zurück. Nun bleibt alles beim Alten.

Teststrategie: "Tübinger Modell" als Ziel

In Hessen soll es künftig in einzelnen Kommunen Modellprojekte für Öffnungen durch Tests geben, teilte Bouffier mit. Möglich wäre dann, dass Bürger einen Corona-Test machen können und anschließend eine Bescheinigung über ihr negatives Testergebnis erhalten. Mit dieser Bescheinigung könnten die Menschen wieder Geschäfte besuchen. Dieses "Tübinger Modell", wie es Bouffier nannte, werde derzeit geprüft: "Da wollen wir hin." Ein solches Modell funktioniere aber nur dort, wo das Infektionsgeschehen überschaubar sei.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 23.03.2021, 19.30 Uhr