Phantombild Limbach plus Karte
Phantombild des Vergewaltigers und die Bushaltestelle in Hünstetten-Limbach Bild © LKA Hessen, Google Maps, hessenschau.de

Über ein Jahr nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen auf dem Schulweg in der Taunus-Gemeinde Hünstetten ist der Täter auf freiem Fuß. Das Kind erinnerte sich unter Hypnose an Details. Jetzt gehen die Ermittler noch einmal an die Öffentlichkeit.

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zum Video Nach Missbrauch an Elfjähriger: Polizei fahndet mit Phantombild nach Vergewaltiger

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 "Ich kenne einige Eltern, die ihre Kinder immer noch mit dem Auto zur Schule bringen und das Kind nicht mit dem Bus fahren lassen - diese Angst bleibt“, sagt Schulleiterin Ina Ofenloch. Denn das Verbrechen erschüttert bis heute die Menschen im Hünstettener Ortsteil Limbach:

Am Morgen des 29. September 2017, einem Freitag, wartet eine Elfjährige an der Haltestelle in der Nähe ihres Wohnhauses auf den Schulbus. Gegen 6.40 Uhr fährt ein Mann vor, zerrt das Mädchen in sein Auto und vergewaltigt es auf einem etwa 300 Meter entfernten Parkplatz. Danach fährt er das Kind nach Idstein und setzt es in der Nähe seiner Schule ab.

Keine Chance zur Gegenwehr

Weitere Informationen

Öffentliche Fahndung

Der Fall ist Thema im "Kriminalreport im Ersten“, Montag, 5.November ab 20.15 Uhr in der ARD.

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Das Kind habe keine Chance gehabt Widerstand zu leisten, sagt Hauptkommissar Patrick Winzenburg von der Wiesbadener Kripo: "Aufgrund der Körperfülle und der Konstitution des Täters war es dem Opfer nicht möglich, irgendeine Gegenwehr zu starten.“

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Polizei-Fahndung nach Sextäter in Hünstetten-Limbach: Beamte klingeln bei allen Bewohnern des Ortsteils

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fahndung nach Vergewaltiger von Hünstetten-Limbach

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Seine Behörde setzt rasch eine Sonderkommission ein, die unter Hochdruck arbeitet und auch einige Erfolge verzeichnet, ohne den Täter bislang aber fassen zu können: "Grundsätzlich haben wir Textilproben gesichert am Opfer, wir haben DNA-Spuren, die wir zweifelsfrei dem Täter nachweisen können, wir haben digitale Spuren in jeglicher Form gesichert“, sagt Winzenburg, darunter Funkzellendaten und Videoaufnahmen von Tankstellen in Tatortnähe.

Erinnerung unter Hypnose

Mit Zustimmung des Mädchens und seiner Eltern wird schließlich auch ein selten angewendetes und nicht unumstrittenes Mittel verwendet: die forensische Hypnose. Sie kam unter anderem auch bei den Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenmord durch den "Nationalsozialistischen Untergrund“ und bei einem tödlichen, von einem Testfahrer verursachten Unfall auf der Autobahn bei Karlsruhe zum Einsatz.

In der Hypnose erinnert sich die Elfjährige an viele Details - etwa wie das Auto des Täters innen aussah, welche Musik lief, was der Täter anhatte. Hauptkommissar Winzenburg: "Sie hat von einem Handwerker gesprochen, aufgrund dieser Cargo-Hose mit den abgesetzten Taschen. Markant ist natürlich auch diese längsgestreifte Strickjacke, die der Täter getragen hat, und die auffällig gelben Zähne."

Internationale Fahndung

Ganzkörper-Phantombild
Ganzkörper-Phantombild des gesuchten Vergewaltigers Bild © LKA Hessen

Dank dieser Erinnerung wird längst öffentlich nach dem Vergewaltiger gefahndet: Er wird beschrieben als etwa 40 bis 45 Jahre alt und 1,70 bis 1,75 Meter groß. Er soll zudem einen dicken Bauch, dünne, ganz kurze, dunkle und abstehende Haare und einen Dreitagebart gehabt haben. Seine Hautfarbe wird als hell beschrieben und er soll Deutsch mit unbekanntem Akzent gesprochen haben. Unterwegs war er in einem dunklen Audi Kombi, der ein zerschlissenes Sicherheitsnetz zwischen Rückbank und Kofferraum hatte.

Die Ermittler gingen zunächst von einem Täter aus der Region mit Ortskenntnissen aus, dann dehnten sie die Fahndung - auch mithilfe von "Aktenzeichen XY“ aus. Inzwischen fahnden sie international nach dem Verdächtigen. Bisher sind mehr als 1.000 Hinweise eingegangen. Die Polizeibehörden der Bundesländer kooperieren in diesem Fall und gleichen regelmäßig nationale und internationale DNA-Datenbanken ab. Einen neuen Anlauf, den Täter endlich zu finden, unternimmt am Abend auch der "Kriminalreport im Ersten“ ab 20.15 Uhr in der ARD.