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Der Angeklagte mit seinem Anwalt im ersten Prozess vor Gericht Bild © hr

In Frankfurt muss sich ein Raser wegen des Todes eines anderen Autofahrers erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angeklagte an einem illegalen Rennen teilnahm. Er bestreitet das.

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War seine Raserei durch die Frankfurter Innenstadt ein illegales Autorennen oder nicht? Diese Frage könnte darüber entscheiden, ob ein 24-Jähriger wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts verurteilt wird oder ob es bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung bleibt.

Mit 142 Sachen durch Tempo-70-Zone

Das Landgericht Frankfurt verhandelt seit Mittwoch erneut den Fall eines Mannes, der vor drei Jahren mit 142 Stundenkilometern am Frankfurter Mainufer entlanggerast war. Bei seiner Hochgeschwindigkeitsfahrt durch einen Tempo-70-Bereich war er mit einem anderen Wagen zusammengeprallt, dessen Fahrer kurz danach starb.

Das Landgericht hatte den Beschuldigten deshalb im Dezember 2016 wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte deshalb so schnell fuhr, weil er sich ein illegales Wettrennen mit zwei Bekannten in einem weiteren Auto lieferte. Wer im öffentlichen Straßenverkehr so handelt, nimmt den Tod anderer billigend in Kauf. Bedingten Tötungsvorsatz nennen das die Juristen.

Zeuge entlastet Angeklagten

Der Unfallfahrer bestreitet jedoch, dass ein Wettrennen stattgefunden habe. Er verwies am Mittwoch auf eine entsprechende Aussage im ersten Prozess. Ein Zeuge aus dem anderen Fahrzeug bezeichnete den Vorwurf gar als "aus der Luft gegriffen". Man habe sich an einer nahe gelegenen Tankstelle verabredet und sei deshalb in zwei Autos dorthin unterwegs gewesen.

Das Urteil soll Anfang April bekannt gegeben werden. Bis dahin will die Jugendstrafkammer weitere Zeugen und Sachverständige vernehmen. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage angesetzt.