Wenn batteriebetriebene Fahrzeuge Feuer fangen, muss die Feuerwehr vieles beachten. Der Hochtaunuskreis hat ein einheitliches Schulungssystem entwickelt - und einen kühlenden Kunststoffbehälter.

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zum Video Notfalltasche gegen E-Autobrand

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Ein brennendes Elektroauto lässt sich in der Regel nicht so leicht löschen wie ein Fahrzeug einer anderen Antriebsart. Zwar brennen Autos mit Elektroantrieb grundsätzlich nicht häufiger als Benziner, aber es müssen Besonderheiten beachtet werden.

Bis zu 10.000 Liter Wasser zum Löschen

So braucht die Feuerwehr bei brennenden E-Autos zum Beispiel viel mehr Wasser. "Ein normales Auto löscht man in einer Viertelstunde ab und braucht dafür 500 Liter Wasser", sagte Peter Bachmeier, Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren, einem Bericht zufolge. "Beim E-Auto ist die Feuerwehr hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt und braucht 10.000 Liter Wasser."

Im Hochtaunuskreis werden - wie in ganz Hessen - immer mehr E-Autos zugelassen. Der Kreis hat zusammen mit dem Kreisfeuerwehrverband, der Stadt und der Feuerwehr ein Einsatz- und Ausbildungskonzept für Brände von E-Fahrzeugen mit Hochvoltspeichern entwickelt. Am Dienstag wurde es vorgestellt.

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E-Autos im Hochtaunuskreis

Von 193.610 Fahrzeugen verfügen im Hochtaunuskreis 2.317 über einen reinen Elektroantrieb. 2.740 sind Hybridfahrzeuge mit Benzinmotor, 1.562 Hybridfahrzeuge mit Dieselmotor.

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Landrat: Feuerwehren im Kreis sind Vorreiter

Den Angaben zufolge ist der Hochtaunuskreis damit hessenweit der erste, der ein kreisweit einheitliches Konzept bezüglich der Gefahren und der Einsatztaktik umsetzt. Die Feuerwehren des Kreises seien damit Vorreiter, betonte Hochtaunus-Landrat und Brandschutzdezernent Ulrich Krebs (CDU).

Zur Einsatztaktik gehört auch ein neues "Lösch-, Bergungs- und Quarantänesystem". Hochvoltspeicher seien nach Bränden thermisch instabil, erläuterte Branddirektor Daniel Guischard. Das stelle die Feuerwehr neben der eigentlichen Brandbekämpfung vor Herausforderungen.

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Audioseite Hessens erstes Konzept zum Löschen von E-Autos

Elektroauto mit "Löschwanne" in Bad Homburg.
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"Instabile Energiespeicher müssen über einen längeren Zeitraum, mitunter mehrere Tage, kontrolliert und gekühlt werden." Bergungsdiensten und Kfz-Werkstätten habe bislang ein wirksames und kostengünstiges System gefehlt. Denn das E-Auto muss nach dem Brand auch sicher abtransportiert werden, ohne dass sich die Akkus nochmal entzünden können.

Behälter erprobt und mitgestaltet

Gemeinsam mit einem Unternehmen für flexible Behältertechnik wurde eine korbförmige Kunststoffplane entwickelt, in die Einsatzkräfte das E-Auto nach den Löscharbeiten einpacken können und die dann mit Wasser gefüllt wird. Der einmal verwendbare "Recover-E-Bag" kostet knapp 2.000 Euro. Die Kosten werden von der Versicherung übernommen.

Das System verbrauche wenig Löschwasser, sei einfach zu bedienen und platzsparend, teilte der Kreis mit. Die Bad Homburger Feuerwehr habe es in mehreren Testreihen erprobt und mitgestaltet. Die Rückmeldungen von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften seien durchweg positiv gewesen.

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