Entschärfer kniet vor Bombe

In Hanau hat der Kampfmittelräumdienst erneut eine Weltkriegsbombe entschärft. Zwei Fehlversuche sorgten für Verzögerungen. Rund 700 Anwohner konnten erst am späten Abend in ihre Häuser zurück.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bombe in Hanau entschärft

Polizist, Streifenwagen, Arbeiter
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"Sie hat sich ein bisschen gewehrt." So kommentierte René Bennert vom Kampfmittelräumdienst am Dienstagabend die Entschärfung einer 50-Kilo-Fliegerbombe im Hanauer Stadtteil Wolfgang. Der Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg, der am Montag auf dem ehemaligen Pioneer-Kasernengelände im Stadtteil Wolfgang gefunden worden war, konnte erst im dritten Anlauf unschädlich gemacht werden.

Entschärfung Weltkriegsbombe auf Pioneer Die Bombe ist entschärft! Sperrungen werden wieder aufgehoben. #Weltkriegsbombe

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Die Entschärfung hatte um 19 Uhr begonnen. Sie verlief "nicht ganz so reibungslos", wie die Stadt mitteilte. Zwei Versuche, die Bombe mittels einer sogenannten Raketenklemme unschädlich zu machen, schlugen fehl.

Bombenboden händisch entfernt

Die Experten mussten schließlich den Boden der Bombe händisch entfernen und den Zünder kontrolliert sprengen. Erst um 20.45 Uhr konnte Bennert Entwarnung geben.

Damit konnten auch rund 700 Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Wegen der Entschärfung war ein Gebiet von 300 bis 500 Meter rund um den Fundort ab 17 Uhr geräumt worden. Betroffene konnten bei Bedarf im Bürgerhaus Wolfgang unterkommen.

Auch im Straßen- und Bahnverkehr kam es im Zuge der Maßnahmen zu Beeinträchtigungen. Die Aschaffenburger Straße wurde in dem betroffenen Abschnitt gesperrt, ebenso die Bundesstraße 43a.

Um 19 Uhr wurde der Bahnverkehr auf der Strecke Frankfurt-Fulda gestoppt. Züge des Fernverkehrs wurden nach Angaben der Deutschen Bahn umgeleitet. Dadurch kam es zu Verspätungen. Einige Stadt- und Regionalbusse wurden ebenfalls umgeleitet.

Zweite Bombe innerhalb weniger Tage

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. "Auch wenn die Funde sich derzeit häufen, wird ein solcher Einsatz nie zur Routine", sagte er. Beim eigens eingerichteten Bürgertelefon gingen nach Angaben der Stadt rund 100 Anfragen ein.

Die Bombe vom Typ GP 100 war bei bauvorbereitenden Sondierungsarbeiten entdeckt worden. Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht ein neues Wohnquartier. Erst vor einer Woche war dort eine Fliegerbombe gefunden und erfolgreich entschärft worden.

Sendung: hr-iNFO, 01.10.2019, 22.00 Uhr