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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozess gegen Ehepaar wegen Terrorfinanzierung

Razzia in Biebesheim

Weil sie Spenden für die Salafisten-Szene gesammelt haben, muss sich ein Paar aus Raunheim vor Gericht verantworten. Sie wollten sich in Syrien dem IS anschließen, wurden aber auf dem Weg dorthin festgenommen.

Der Prozess vor dem Landgericht in Frankfurt hat am Donnerstag mit einem weitgehenden Geständnis begonnen. Die beiden Angeklagten, ein 28 und 29 Jahre altes Ehepaar, gaben zu, in der ersten Jahreshälfte 2016 umfangreiche Spendengelder für die Szene der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gesammelt zu haben.

Im November desselben Jahres waren sie mit dem Ziel Syrien in die Türkei ausgereist. Dort wurden die Eheleute mit ihren beiden kleinen Kindern von der Polizei in einem Hotel in Grenznähe festgenommen und nach Deutschland abgeschoben.

Bei Razzia festgenommen

Bei einer großangelegten Razzia im Februar 2019 wurde das Paar in Raunheim (Groß-Gerau) festgenommen und wegen Terrorismusfinanzierung und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt.

Zwischen Januar und August 2016 soll das Paar laut Anklage außerdem unberechtigt rund 60.000 Euro an Unterstützungsleistungen vom Job-Center erhalten haben. Zu diesem Punkt machten sie am ersten Verhandlungstag keine Angaben. Das Gericht deutete an, diesen Vorwurf möglicherweise wegen rechtlicher Bedenken fallen zu lassen.

Bewährungsstrafe in Aussicht

Vor ihrem Geständnis stellte der Vorsitzende Richter den beiden Angeklagten Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren in Aussicht. Die Eheleute sagten, sie bedauerten die Ausreise in die Türkei. Der Mann gab an, sich im Internet wegen häufiger Konflikte mit der Polizei "radikalisiert" zu haben. Mittlerweile habe er das Unrecht jedoch begriffen.

Die Strafkammer wird noch eine Reihe von Zeugen vernehmen. Das Urteil soll Mitte März verkündet werden.

Sendung: hr-iNFO, 18.02.2021, 8 Uhr