Am Dienstagabend zeigt sich eine partielle Mondfinsternis in Hessen und färbt den Erdtrabanten rostrot. Die Aussichten für Astro-Fans stehen gut. Spektakulär ist auch der Zeitpunkt des Himmelsphänomens.

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Ein Mann visiert in Frankfurt mit seinen Händen eine partielle Mondfinsternis an, die er am Bornheimer Hang verfolgt.

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Wer am Dienstagabend seinen Blick zum Nachthimmel richtet, kann ein kosmisches Schauspiel beobachten: eine partielle Mondfinsternis. Zu sehen ist das Himmelsspektakel schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die nächste wird in Hessen dann allerdings erst wieder im Mai 2022 zu bestaunen sein.

Dieses Mal zeigt sich eine partielle Mondfinsternis, weil der Mond nur zu einem Teil verdunkelt wird. Auch wenn das Phänomen nicht so spektakulär ist wie der Blutmond im vergangenen Januar oder die längste totale Mondfinsternis im Juli 2018, sehenswert ist sie allemal. Und das Gute: Die partielle Mondfinsternis ist über weiten Teilen Hessens in ihrer vollen Länge sichtbar, vor allem im Süden des Landes sind die Chancen auf einen klaren Himmel groß.

Wo ist die partielle Mondfinsternis besonders gut zu sehen?

Wer das Phänomen beobachten möchte, sollte eine Stelle aufsuchen mit möglichst freier Sicht in Richtung Südosten. Und das am besten weit ab von bewohnten Gegenden, dann herrscht weniger Lichtverschmutzung und sind auch die Sterne besser zu sehen. Ein weiterer Grund: Während der Mondfinsternis steht der Mond lange Zeit verhältnismäßig tief über dem Horizont.

Hilfsmittel sind nicht zwingend nötig, doch mit einem Fernglas oder Teleskop ist das Spektakel genauer zu sehen. Einige Sternwarten öffnen eigens für die Mondfinsternis ihre Türen:

  • Sternwarte Burgsolms, um 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro pro Person
  • Sternwarte auf dem SFN (SchülerForschungsZentrum Nordhessen) in Kassel, bei wolkenfreiem Himmel um 21.30 Uhr
  • Sternwarte Limburg, Treffpunkt: am Mensfelder Kopf, um 21 Uhr
  • Schulsternwarte am Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm, um 21 Uhr
  • Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Weltraumtechnik Darmstadt, Treffpunkt: Beobachtungsgelände am Mühltalbad im Stadtteil Eberstadt

Wie läuft die Mondfinsternis ab?

Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. Zudem steht die Erde dann zwischen Sonne und Mond und wirft somit ihren Schatten auf den Mond. Bei einer partiellen Mondfinsternis tritt der Mond zu einem großen Teil, aber nicht vollständig in den Schatten der Erde ein. Die Kollegen vom Bayerischen Rundfunk erklären in einem Video, wie eine Mondfinsternis entsteht.

Die partielle Mondfinsternis am Dienstagabend beginnt, wenn der Erdtrabant ab 22.02 Uhr in den Kernschatten der Erde wandert. Das Maximum der Verfinsterung ist gegen 23.30 Uhr erreicht. Dann sind knapp zwei Drittel des Vollmondes vom rötlichen Erdschatten bedeckt. Bis um 1 Uhr kann man das himmlische Schauspiel verfolgen, dann verlässt der Mond wieder langsam den Schatten der Erde.

50 Jahre nach dem Start zur ersten Mondlandung

Weitere Informationen

Astronaut Thomas Reiter erzählt am Mittwoch in hallo hessen, wie er als Elfjähriger die Mondlandung erlebt und beschlossen hat, selbst Astronaut zu werden.

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Für Astro-Fans interessant: Während der Mondfinsternis zieht die Internationale Raumstation ISS zweimal über den Himmel, und zwar um kurz nach 23 Uhr und um 0.37 Uhr. Zu sehen ist die ISS dann oberhalb des teilverfinsterten Mondes als heller Lichtpunkt am Himmel. Und wie es der Zufall will: Die partielle Mondfinsternis zeigt sich fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Start der Apollo 11 zum Mond.

Damals hob die Trägerrakete Saturn V am 16. Juli 1969 um 14.32 Uhr MEZ von Cape Canaveral in Florida (USA) zum historischen Flug zum Mond ab. Mehr über die erste Mondlandung erfahren Sie in der hr-Multimediareportage "Apollo 11 - Die Welt reist zum Mond".