Hai-Aquarium

Nach langem Zögern haben die Pfungstädter Abgeordneten das Aus von Europas größtem Hai-Aquarium besiegelt. Für die Stadt war die Planung der erhofften Touristen-Attraktion ein Griff ins Klo.

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Audioseite Aus für Shark City besiegelt

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Das monatelange Theater um Shark City hat nun ein Ende: Am Montagabend hat die Stadtverordnetenversammlung in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) alle Beschlüsse bezüglich des geplanten Hai-Aquariums aufgehoben und das Millionenprojekt somit endgültig beerdigt.

Mit 24 Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen wurde der entsprechende Antrag angenommen. Damit sind alle vorangegangenen Beschlüsse zum Verkauf eines Grundstücks an die Betreibergesellschaft Seven Seas Aquariums und zur Erstellung eines Bebauungsplans aufgehoben.

Imageschaden statt Millioneneinnahmen

In Pfungstadt werden in absehbarer Zukunft also definitiv keine Haie schwimmen. Statt auf vermeintlichen Millioneneinnahmen durch die Touristen-Attraktion sitzt die Stadt nun auf einem empfindlichen Imageschaden. Denn trotz deutlicher Anzeichen auf ein Scheitern des Hai-Aquariums hatte sie bis zuletzt an dem umstrittenen Projekt festgehalten.

"Die umfangreiche Berichterstattung über das Projekt führt bereits jetzt zu erheblich negativer Presse über Pfungstadt und damit zu einem Imageschaden", heißt es etwa in der Begründung des Antrags, der gemeinsam von den Fraktionen der Grünen, der Unabhängigen Bürger, der Freien Wähler und weiteren Stadtverordneten eingereicht wurde.

Viele Anzeichen für ein Scheitern

Tatsächlich hätten die Alarmglocken bereits viel früher schrillen müssen: 2017 startete die Planung für das bei Tierschützern höchst umstrittene Aquarium, ursprünglich sollte bereits 2019 eröffnet werden. Doch das Projekt verzögerte sich immer wieder, zuletzt war die Betreibergesellschaft monatelang abgetaucht, ließ mehrere Fristen kommentarlos verstreichen.

Bereits Anfang Mai hob die Hessische Landesgesellschaft (HLG) die Reservierung für das Grundstück im Gewerbegebiet auf. Die Corona-Pandemie hatte zudem alle Kalkulationen zu Shark City über den Haufen geworfen.

Mit dem nun doch noch gezogenen Schlussstrich versucht die Stadt, die zuletzt auch bei anderen Großprojekten - wie etwa dem Neubau der Brauerei - zumindest unglücklich agierte, wenigstens einen Teil des entstandenen Imageschadens zu reparieren.

Peta freut sich über Shark-City-Aus

Während Pfungstadt den Schaden beklagt, freut sich die Tierrechtsorganisation Peta. "Zahlreiche Haie, die für Shark City vorgesehen waren, dürfen nun in ihrer Heimat, dem Ozean, bleiben", sagt Meeresbiologin Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. Gleichzeitig fordert die Organisation die Stadt Pfungstadt auf, künftig keine "Tiergefängnisse" mehr zu planen, sondern nur noch Projekte anzustoßen, die "tier-, klima- und bürgerfreundlich sind", wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heißt.

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