Im Zusammenhang mit der AWO-Affäre sind erneut Privaträume von Beschuldigten durchsucht worden. Die Ermittler beschlagnahmten Vermögenswerte in Höhe von 2,2 Millionen Euro - unter anderem teure Fernseher.

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Audioseite Ermittler beschlagnahmen Elektronika bei AWO-Mitarbeitern

Ein Schild der AWO vor einem Haufen Geld
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Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft stellten die Ermittler in den Privatwohnungen der fünf Beschuldigten in Wiesbaden, Walluf (Rheingau-Taunus) und Schöneck (Main-Kinzig) am Dienstag Vermögenswerte in Höhe von 2,2 Millionen Euro sicher. Dabei handelt es sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft um hochwertige Kommunikations- und Unterhaltungselektronik, wie etwa Fernseher, die die Ermittler bei ihren Durchsuchungen im August entdeckt hatten. Unter anderem diese Geräte soll die AWO finanziert haben.

An den Durchsuchungen beteiligt waren 20 Polizeibeamte, drei Staatsanwälte und drei Gerichtsvollzieher, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt und die Polizei am Dienstag mitteilten.

Ermittlung wegen Untreue

Den fünf Beschuldigten wird Untreue vorgeworfen. Seit mindestens 2015 sollen sie umfangreiche Zahlungen unrechtmäßig erlangt haben. Bei dem Ermittlungskomplex geht es um überhöhte Gehälter und Luxus-Dienstwagen bei der Frankfurter AWO sowie ungerechtfertigte Spenden an den mit Frankfurt personell verflochtenen Kreisverband Wiesbaden.

Außerdem sollen die Männer Bargeld für angebliche Darlehen, Gehälter und Dienstreisen sowie für private Bewirtungen und Feste aus der Hauptkasse der AWO erhalten haben.

Am Montag hatten Mitarbeiter der AWO Hessen-Süd vor dem Büro des ehemaligen Generalbevollmächtigten gegen die Raffgier von AWO-Führungskräften und die finanziell negativen Folgen für die Mitarbeiter protestiert.

Sendung: hr-iNFO Nachrichten, 08.12.2020, 10 Uhr