Polizisten durchsuchen Teile der Rüsselsheimer Innenstadt nach Hinweisen auf die Schießerei
Polizisten durchsuchten Teile der Rüsselsheimer Innenstadt nach Hinweisen auf die Schießerei. Bild © Michael Seeboth (hr)

Bei einer Auseinandersetzung in Rüsselsheim ist ein Mann durch einen Streifschuss verletzt worden. Offenbar waren Angehörige zweier Familien in Streit geraten.

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Nach einer Schießerei in der Rüsselsheimer Innenstadt mit einem Verletzten in der Nacht zum Samstag hat die Polizei insgesamt 14 Menschen festgenommen. Wie die Beamten am Samstagabend mitteilten, wurden zudem neun Wohnungen durchsucht.

Ein 33-Jähriger wurde bei der Schießerei durch einen Streifschuss verletzt. Beamte vernahmen ihn am Nachmittag. Auch zwei Autos wurden von Projektilen getroffen und beschädigt. Neun Festnahmen hatte es bereits kurz nach dem Vorfall gegeben, die weiteren im Laufe des Tages.

Verdacht gegen Zeugen erhärtet

Den Schüssen ging demnach ein Streit mit insgesamt 15 bis 20 Beteiligten voraus - nach dem derzeitigen Ermittlungsstand Mitglieder zweier Großfamilien, wie eine Polizeisprecherin dem hr sagte.

Die in der Nacht Festgenommenen sind zwischen 13 und 53 Jahre alt. Sie gehören derselben Familie an. Manche von ihnen waren bereits polizeibekannt. Bei den später festgenommenen Personen handelt es sich nach Polizeiangaben um Mitglieder der zweiten Familie. Zu ihr gehöre auch der angeschossene 33-Jährige. Die Polizei vernahm sie zunächst als Zeugen, dabei habe sich der Verdacht auf Straftaten auch gegen sie erhärtet.

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Zwei Fundstellen von Patronenhülsen am Tatort einer Schießerei in Rüsselsheim

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schießerei in Rüsselsheim

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Eine Anwohnerin hatte gegen 4 Uhr den Notruf gewählt, weil sie in der Nähe des Europaplatzes Schüsse gehört hatte. Worum bei dem Streit ging, war zunächst nicht bekannt. Hinweise auf Clankriminalität oder einen politischen Hintergrund gibt es laut Polizei bisher nicht. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts.

Beschädigte Autos und Hauswand

Waffen stellten die Beamten zunächst nicht sicher. "Es ist unklar, ob aus mehreren Schusswaffen gefeuert wurde", sagte die Polizeisprecherin. Neben einem der beschädigten Autos wurden Patronenhülsen gefunden. Auch in eine Hauswand sei ein Geschoss eingeschlagen. Die Autos wurden für die weiteren Untersuchungen abgeschleppt. Ein beschädigtes Fenster wurde "spurenschonend" aus einem Haus ausgebaut.

Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos durchsuchen Teile der Rüsselsheimer Innenstadt nach Hinweisen auf die Schießerei
Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei geht Stunden nach der Schießerei durch Rüsselsheim. Bild © Michael Seeboth (hr)

Der Bereich rund um die Waldstraße war am Samstagmorgen noch für die Spurensicherung abgesperrt. Unter anderem waren SEK-Beamte und Experten des Landeskriminalamtes im Einsatz. Ein größerer Bereich rund um den Tatort war auch am Nachmittag noch gesperrt. Am Abend wurde die Spurensicherung beendet, die Absperrungen aufgehoben.