Haus in Staufenberg.
In diesem Haus fand die Polizei die Waffen. Bild © Daniel Koop (hr)

Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Kreis Gießen haben Polizisten unter anderem Schusswaffen und einen Flammenwerfer gefunden - und die waren selbst gebaut. Dem Verdächtigen waren die Ermittler im Internet auf die Spur gekommen.

Mindestens drei Schusswaffen, einen Flammenwerfer, dazu einige Messer, Munition und Chemikalien, aus denen sich ein Sprengstoff basteln lässt - das fanden Polizisten am Donnerstag in einer Wohnung in Staufenberg (Gießen). Das Besondere daran: Die Schusswaffen und der Flammenwerfer waren selbst gebaut.

Die Ermittler verdächtigen den 35 Jahre alten Bewohner, die Waffen zusammengebastelt zu haben. Der Mann hatte bereits wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz mit der Polizei zu tun. Er räumte in der Vernehmung ein, dass er eine besondere Leidenschaft für Waffen habe. Eine politische Motivation sei nicht erkennbar, so die Beamten.

Unklar, ob Waffen funktionierten

Der Verdächtige kam am Freitag unter Auflagen wieder frei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil er gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Waffengesetz verstoßen haben soll. Auch seine Freundin, die mit ihm in der Wohnung lebte, wurde von der Polizei befragt, konnte anschließend aber wieder gehen.

Ob die Waffen funktionsfähig waren, war am Freitag noch nicht klar - die "Beschussung" durch das Landeskriminalamt stehe noch aus, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Anwohner mussten ihre Häuser verlassen

Bei dem Einsatz am Donnerstagabend waren nach Angaben der Polizei auch Feuerwehr und Rettungsdienst anwesend. Die Anwohner mussten für kurze Zeit ihre Häuser verlassen, sie wurden in einer nahegelegenen Schule untergebracht.

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler, weil er sich im Internet große Mengen an verdächtigen Chemikalien bestellt hatte, sagte der Staatsanwalt.

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 15.03.2019, 18 Uhr