Ein Teil der sichergestellten Waffen und Munition

Sturmtief "Sabine" legte im März im mittelhessischen Driedorf ein illegales Waffendepot im Wald frei. Nun halten Ermittler einen 59-Jährigen für dringend tatverdächtig.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Festnahme nach mysteriösem Waffenfund in Driedorf

Entwurzelter Baum bei Driedorf.
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Es war ein Aufmerksamkeit erregender Fund, den zwei Arbeiter im März bei Driedorf (Lahn-Dill) machten. Beim Sammeln von Brennholz entdeckten sie ein illegales Waffendepot, das Sturmtief "Sabine" freigelegt hatte. In insgesamt vier Holzkisten lagerte ein ganzes Arsenal an Waffen: unter anderem Handgranaten samt Zünder, Munition, Sprengkörper und Sprengmittel, Sprengschnüre, mindestens 150 Sprengkapseln sowie zwei geladene Pistolen.

Ermittler durchsuchten bereits am Dienstag die zwei Wohnsitze eines 59-Jährigen in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) und Leipzig, wie die Staatsanwaltschaft in Limburg und die Polizei am Donnerstag mitteilten. Der Mann sei dringend tatverdächtig.

"Als Waffennarr bekannt"

Die Durchsuchung seiner Wohnung in Arnsberg brachte der Mitteilung zufolge mehrere Lang- und Kurzwaffen sowie verschiedene Waffenteile zutage. Zudem stellten die Ermittler eine Armbrust, Munition unterschiedlicher Kaliber sowie zwei Rechner und zwei Mobiltelefone sicher. An seinem Wohnsitz in Leipzig wurden keine Beweismittel sichergestellt.

Der 59-Jährige sei "den Ermittlungsbehörden als Waffennarr bekannt" und unter anderem wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Sprengstoffgesetz vorbestraft.

In seiner Vernehmung machte der Tatverdächtige weder Angaben zu den sichergestellten Waffen, noch zu dem Sprengstoff- und Waffenfund in Driedorf. Er wurde nach der Vernehmung wieder entlassen. Die Hintergründe sind noch unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher dem hr. Die sichergestellten Waffen und die Munition sollen nun von Experten des Landeskriminalamtes in Wiesbaden untersucht werden.

Sendung: hr-iNFO, 28.05.2020, 12:00 Uhr