Rettungsgasse Kamera
Dieser Kamera in einem Polizeiauto soll kein rücksichtsloses Verhalten auf Autobahnen entgehen. Bild © picture-alliance/dpa

Im neuen Jahr auch in Osthessen: Um Blockierer von Rettungsgassen und Autofahrer mit Handy am Steuer besser belangen zu können, setzt die Autobahnpolizei auf Videokameras in ihren Einsatzwagen. In anderen Regionen zeigte die Technik bereits Erfolg.

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Blitzerfotos - Drängler auf der Autobahn wird von der Polizei aus einem zivilen Fahrzeug fotografiert

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vier neue mit Kameras ausgestattete Polizeifahrzeuge

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Die Polizei in Hessen erweitert ihre Fahrzeug-Flotte mit Videotechnik zur Beweissicherung. Dem Polizeipräsidium Osthessen wurden nun vier neue Streifenwagen übergeben, die mit Kameras ausgestattet sind. Damit sollen Verkehrsverstöße ohne Zeitverzug während der Fahrt aufgezeichnet werden, um sie später ahnden zu können, wie die Beamten mitteilten.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, zahlreiche Ordnungswidrigkeiten und Straftaten können mit der Front- und Heckkamera gefilmt werden. "Ein Schwerpunkt liegt darin, Verstöße beim Bilden von Rettungsgassen auf Autobahnen dokumentieren zu können", erklärte Dominik Möller, Sprecher beim Polizeipräsidium Osthessen: "Damit die Beamten bei eiligen Notfall-Einsätzen nicht aufgehalten werden, hilft uns die Videotechnik."

Vier Polizeipräsidien verfügen über die Technik

Je zwei Fahrzeuge wurden den Autobahn-Polizeistationen in Bad Hersfeld und Petersberg (Fulda) übergeben. Osthessen ist das vierte Polizeipräsidium landesweit, das über solche Autos verfügt. Zuvor wurden in einem Pilotprojekt bereits in Frankfurt, Süd- und Mittelhessen Dienstwagen mit der speziellen Videotechnik versehen.

Im Projekt-Zeitraum von November 2017 bis Juli 2018 wurden nach Angaben des Innenministeriums knapp 1.000 Delikte angezeigt. In etwa fünf Prozent der Fälle seien Rettungsgassen-Verstöße dokumentiert worden, berichtet Ministeriumssprecher Marcus Gerngroß.

Kameras filmen nicht fortwährend

Weil Rettungswege bei Not- und Unfällen auf Autobahnen häufig nicht korrekt gebildet werden, werden die Vergehen mittlerweile strenger geahndet. Wer keine Rettungsgasse freimacht, muss mit Bußgeld ab 200 Euro und im schwersten Fall bis zu 320 Euro rechnen, verbunden mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

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zum Video Polizei filmt zukünftig Rettungsgassen-Blockierer

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Deutlich öfter als bei blockierten Rettungsgassen filmte die Polizei bei Verstößen gegen das Handyverbot am Steuer, gegen die Gurtpflicht oder gegen Abstands- und Überholregeln. Ausgelöst würden die hochauflösenden Kameras am oberen Ende der Windschutz- oder Heckscheibe jedoch nur im Bedarfsfall, versichert Polizeisprecher Möller: "Es wird nicht fortwährend gefilmt."

Einsatz zwischen 1. Januar und 31. Juli

Verbaut sind die Kameras, die nicht größer als eine Zigarettenschachtel sind, in Einsatzautos, die es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern bringen. Einer der Beamten, der die neuen Wagen fährt, ist Jan Schmidt von der Autobahnpolizei Bad Hersfeld. Der Polizeikommissar beobachtet: "Das Klima auf den Autobahnen wird immer rauer. Viele Verkehrsteilnehmer empfinden offenbar hohen Zeitdruck, um von A nach B zu kommen und nehmen zuweilen wenig Rücksicht aufeinander."

Das Polizeipräsidium Osthessen setzt die vier neuen Fahrzeuge zunächst in einem zeitlich befristeten Projekt vom 1. Januar bis 31. Juli des kommenden Jahres ein. Der bisherige Einsatz in den anderen Landesteilen war laut Innenministerium erfolgreich. Beweissichernde Videos leisteten einen Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.