Kontrollen wegen Tempolimit auf A45
Mit Tempo 60 auf der A45 haben viele Autofahrer Probleme. Bild © Polizeipräsidium Mittelhessen / JR

Dieses Tempolimit lässt die Polizei ratlos zurück: Trotz zahlreicher Schilder und wiederkehrender Kontrollen ignorieren Autofahrer auf der A45 bei Münzenberg die geltende Geschwindigkeitsbeschränkung. Dabei hat das Limit einen triftigen Grund.

Bei Kontrollen auf der A45 bei Münzenberg (Wetterau) blitzte es am Montagvormittag fast im Sekundentakt. Innerhalb von gerade mal vier Stunden gingen der Autobahnpolizei Mittelhessen hunderte Temposünder ins Netz. Statt der erlaubten 60 km/h waren über 700 Verkehrsteilnehmer sogar gleich mehr als 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs, 285 davon müssen mit einem Fahrverbot rechnen. Als traurige Spitzenreiter brachten es zwei Autofahrer auf 161 km/h.

Rekordverdächtige Raser-Zahlen

Die zuständigen Beamten machen diese Zahlen fassungslos. "Ist es so schwer, sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten? Ist es so schwer zu verstehen, dass hier nicht das eigene schnelle Fortkommen im Vordergrund steht, sondern die Sicherheit von uns allen?", fragt die Polizeidirektion Wetterau.

Beschilderungen auf der A45
Die Beschilderungen auf der A45 sorgt für Verwirrung. Bild © Polizeipräsidium Mittelhessen

Denn trotz zahlreicher Schilder, die auf das Tempolimit hinweisen sowie wiederkehrender Kontrollen, ist die Anzahl der Verstöße auf diesem Abschnitt der A45 rekordverdächtig. Bereits vor zwei Wochen waren ähnlich viele Fälle registriert worden. Jetzt die nächste Raser-Welle. "Und das, obwohl wir neue Geschwindigkeitsmessungen angekündigt hatten", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag zu hessenschau.de.

Lkw-Kontrolleure am Werk

Das recht strikte Limit von 60 km/h auf dem zweispurigen Autobahnabschnitt in Fahrtrichtung Hanau wird durch parallel stattfindende Lkw-Überprüfungen nötig. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) kontrolliert auf dem angrenzenden Parkplatz Stauferburg regelmäßig Lastwagen beispielweise auf Überladung oder Sozialvorschriften. Um die "schweren Jungs" sicher aus dem Verkehr ziehen zu können, werde das Limit schrittweise auf 100, 80 und schließlich 60 km/h gesenkt, so die Sprecherin.

Für Verwirrung der Autofahrer sorgen möglicherweise die installierten Hinweisschilder, die während der BAG-Kontrollen aufklappen und auf die Beschränkungen hinweisen. Auf den "Sammelschildern" wird zusätzlich zum Tempolimit auch auf ein Lkw-Überholverbot, das für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen sowie für Busse und Gespanne gilt, hingewiesen. Die Höchstgeschwindigkeit sei allerdings für alle Verkehrsteilnehmer bindend, erläuterte die Beamtin. Als Ausrede fürs Rasen könne das also nicht herhalten. Und die nächsten Kontrollen, versprach die Sprecherin, kämen bestimmt.

Sendung: hr-iNFO, 7.11.2018, 14.00 Uhr