Elektroschocker - Hessen testet als drittes Bundesland Taser im Polizeieinsatz.

Polizisten in Frankfurt und Offenbach haben rund zwei Jahre lang Taser als Einsatzwaffe getestet - erfolgreich. Bald wird es solche Elektroschocker-Waffen landesweit bei der Polizei geben.

In Hessen werden alle sieben Polizeipräsidien mit Elektroschockern ausgestattet. Das gab Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden bekannt. Insgesamt schafft das Land demnach 35 Geräte an - fünf für jedes Präsidium. Als Grund nannte Beuth, dass das Pilotprojekt mit den Tasern in Frankfurt und Offenbach erfolgreich verlaufen sei.

Einsatz des Tasers kann Schlimmeres verhindern

"Der Taser ist in vielen Fällen die mildere Variante der Schusswaffe und stellt eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute dar", sagte der Innenminister. Insgesamt habe das Pilotprojekt gezeigt, dass der Taser in bestimmten Situationen deeskalierend wirke und im Zweifel schwere Verletzungen verhindern könne - sowohl bei Tätern als auch bei Beamten.

Die sogenannten Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG) wurden seit 2017 getestet. Zuerst vom Überfallkommando in Frankfurt, dann auch vom 1. Polizeirevier in Offenbach. Laut Innenministerium wurde der Taser dabei elf Mal eingesetzt. Zum Beispiel, um einen bewaffneten Mann in seiner Wohnung zu überwältigen. Er hatte einen Kioskbesitzer bedroht und sich dann verbarrikadiert - mit einem Messer und einer Machete. Weil er auf Ansprachen nicht reagiert habe, sei der Taser zum Einsatz gekommen.

Taser setzt Angreifer außer Gefecht

Mit dem Elektroschocker wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei über Drähte mit der Waffe verbundene Pfeile werden dabei auf eine Person geschossen und elektrische Impulse auf den Körper übertragen. Das wirkt sich auf die Muskultatur aus.

Sendung: hr1, 17.04.2019, 18.30 Uhr