Nach einem tödlichen Unfall in Frankfurt, bei dem ein Laster einen Radfahrer überrollt hat, muss ein Gaffer mit Konsequenzen rechnen. Der Mann soll sich über den toten Radfahrer gebeugt und Fotos gemacht haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gaffer muss mit Konsequenzen rechnen

Die Eckenheimer Landstraße wurde nach dem Unfall stadtauswärts gesperrt.
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In Frankfurt ist am Dienstag ein Radfahrer von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt worden. Am Mittwoch teilte die Polizei mit, dass nun die Identität des Toten geklärt ist. Es handelt sich bei ihm um einen 77 Jahre alten Mann aus Frankfurt.

Der Mann wollte laut Polizei an der Kreuzung Marbachweg / Eckenheimer Landstraße rechts abbiegen, stürzte dabei und wurde von dem ebenfalls abbiegenden Lastwagen überrollt. Er sei noch am Unfallort gestorben.

Rechtliche Schritte gegen Gaffer

Bestürzt zeigte sich die Polizei vom Verhalten eines Schaulustigen, der von dem Toten Fotos gemacht hatte. Der Mann habe sich über den verunglückten Radfahrer gebeugt, um aus nächster Nähe zu fotografieren. Gegen diesen Gaffer würden rechtliche Schritte eingeleitet, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Beamten hatten seine Personalien direkt am Unfallort aufgenommen.

Es muss allerdings noch geprüft werden, ob das Fotografieren des Unfallopfers eine Straftat darstellt. Laut Polizei ist das aktuell per Gesetz nur bei lebenden Menschen und unter bestimmten Voraussetzungen der Fall. Eine Verschärfung des Gesetzes ist vom Bundeskabinett beschlossen worden, der Bundestag muss aber noch zustimmen.

Mit dem Unfall vom Dienstag ist bereits zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres ein Radfahrer in Frankfurt ums Leben gekommen. Ende September hatte ein Autofahrer eine rote Ampel an der Taunusanlage ignoriert und einen 57-Jährigen getötet. Im Juli starb ein 34 Jahre alter Mann im Gallus nach der Kollision mit einem Sattelzug.

Sendung: hr3, 4.12.2019, 11 Uhr