Polizeibeamte kontrollieren Sportwagen

Mit 190 km/h auf einer Bundesstraße, oder Slalom-Fahren in der Innenstadt: Die Polizei in Hessen hat am Karfreitag bei einer landesweiten Aktion Raser und Auto-Poser aus dem Verkehr gezogen.

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zum Video Polizei im Dauereinsatz in Fulda am „Car-Freitag“

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Einer raste mit 80 Sachen durch die 30er-Zone in Wiesbaden, ein anderer mit 198 Stundenkilometern im Bereich einer Baustelle auf der A3 zwischen Niedernhausen (Rheingau-Taunus) und dem Wiesbadener Kreuz: Die Polizei in Hessen hat am Karfreitag bei einer gezielten Kontrollaktion Raser und Auto-Poser aus dem Verkehr gezogen. Einige Autos wurden beschlagnahmt, auch ein verurteilter Raser wurde angetroffen, wie die Beamten am Samstagabend bilanzierten. Wie andernorts in Deutschland treffen sich an Karfreitag alljährlich auch in Hessen Auto-Tuner, Auto-Poser und Raser zum sogenannten "Car-Freitag".

Wie das Polizeipräsidium Westhessen am Samstagabend mitteilte, wurden alleine von ihren Beamten über 320 Fahrzeuge kontrolliert. Der Großteil der Verstöße bezog sich auf das Tempo: Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden im Laufe des Tages an diversen Messstellen insgesamt 2.885 Verstöße registriert. Insgesamt stellten die Beamten fünf Fahrzeugschlüssel präventiv sicher. Darüber hinaus wurden zwei Platzverweise gegenüber Autoposern ausgesprochen.

Verurteilter Raser auf Beifahrersitz

In Wiesbaden seien mehrere Fahrer durch massives Beschleunigen an publikumsreichen Örtlichkeiten aufgefallen. So habe der Fahrer eines Sportwagens mehrfach sehr stark beschleunigt - auf etwa 100 km/h innerorts und auf etwa 80 km/h in der 30er-Zone. Zudem überholte er andere Verkehrsteilnehmer slalomartig.

Nachdem sie das Auto stoppten, stellten die Beamten auf dem Beifahrersitz ein ihnen bekanntes Gesicht fest: "Dort saß ein Raser, der bereits wegen eines illegalen Kfz-Rennens verurteilt worden war."

Einen negativen Höhepunkt stellte ein Fahrer eines getunten Pkw auf der B49 zwischen Limburg und Weilburg auf. Mit überhöhtem Tempo und zu lautem Auspuff war er einer Zivilstreife aufgefallen. Nach Anhaltesignalen der Beamten beschleunigte der Fahrer auf über 190 km/h - und brachte durch seine Fahrweise mehrfach Unbeteiligte in Gefahr, berichteten die Beamten.

Die Zivilstreife konnte den Wagen schließlich ausbremsen. Sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer seien dann zu Fuß geflüchtet, ehe sie festgenommen werden konnten. Der Grund ihres Fluchtversuchs erschloss sich schnell, so die Beamten: Der im Besitz des Beifahrers befindliche Wagen war nicht zugelassen, er hatte gestohlene Kennzeichen, so die Polizei. Der 24-jährige Fahrer hatte keine gültige Fahrerlaubnis und steht im Verdacht, unter Drogen- und Alkoholeinfluss gefahren zu sein.

Frankfurt: Mit 140 km/h über Hanauer Landstraße

Auch die Frankfurter Polizei hatte am "Carfreitag" umfangreiche Kontrollen durchgeführt. Dabei seien sieben Strafanzeigen und 792 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die meisten Ordnungswidrigkeiten seien wegen zu schnellen Fahrens eingeleitet worden. "Spitzenreiter" sei ein Motorradfahrer auf der Hanauer Landstraße gewesen, der mit 140 km/h bei erlaubten 50 km/h gemessen wurde.

Und auch die Polizei in Osthessen war im "Car-Freitag"-Dauereinsatz. Bis in den Samstagmorgen führten die Beamten Verkehrskontrollen durch. Ein Schwerpunkt lag in Fulda. Die Polizei stellte Geschwindigkeitsüberschreitungen fest, einige Fahrer hatten gegen das Betäubungsmittel verstoßen, ein Fahrer war ohne Führerschein unterwegs.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 3.4.2021, 19.30 Uhr