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Grundstück weg, Internetseite tot und offenbar auch kein Geld mehr: Die Negativschlagzeilen rund um das geplante Hai-Aquarium in Pfungstadt reißen nicht ab. Doch niemand zieht wirklich einen Schlussstrich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Shark City"-Betreiber tauchen ab

Hai Aquarium
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Die Entwicklungen rund um das geplante Hai-Aquarium "Shark City" in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) werden immer kurioser: Nachdem bereits im Mai die Reservierung des Grundstücks im Gewerbegebiet aufgehoben wurde, taucht nun auch die Betreibergesellschaft "Seven Seas Aquarium" ab.

Im Vorfeld der Reservierungs-Aufhebung ließ das Unternehmen bereits mehrere Fristen wortlos verstreichen, mittlerweile ist auch die Internetseite nicht mehr erreichbar. Die Telefonnummer der Öffentlichkeitsabteilung ist ebenfalls abgeschaltet, E-Mails werden nicht mehr zugestellt. Sprich: Alle offiziellen Kommunikationskanäle sind tot.

Tierschützer sprechen von "Havarie"

Zudem will die Tierschutzorganisation Elasm Ocean jetzt erfahren haben, dass die Betreibergesellschaft ihren Wirtschaftsbetrieb gänzlich eingestellt hat. "Shark City scheint endgültig havariert zu sein", heißt es in der Mitteilung.

Das gehe aus Unterlagen des auf Wirtschaftsauskünfte spezialisierten Dienstleisters Creditreform hervor, wie Elasm Ocean mitteilte. Dort werde "Seven Seas Aquarium" seit dem 10. Juni als "eingestellt/ruhend" geführt, von Krediten an das Unternehmen rate Creditreform ab. Die Tierschutz-Bewegung geht deswegen davon aus, dass die Pläne zu "Shark City" damit gestorben sind.

Weiterhin kein offizieller Schlussstrich

Obwohl sich die Zeichen für ein krachendes Scheitern des ambitionierten Projekts - bis zu 500.000 Besucher und Besucherinnen sollten im Jahr nach Pfungstadt gelockt werden - verdichten, will keine der beteiligten Parteien einen Schlussstrich ziehen.

Die Stadt wollte das endgültige Aus für das Hai-Aquarium am Montag jedenfalls nicht bestätigen. Bürgermeister Patrick Koch (SPD) sei weiterhin in losem Kontakt zur Geschäftsführung von "Seven Seas Aquarium", wie er dem hr sagte. Demnach ist das Unternehmen also weiterhin existent, auch der Eintrag im Handelsregister ist noch gültig.

Zukunft offen

Ob und wie es mit "Shark City" aber weitergeht, konnte Koch nicht sagen. Ende Juni wolle Seven-Seas-Geschäftsführer Thomas Walter an einer Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses teilnehmen. Vielleicht wisse man dann mehr. Gegenüber dem Darmstädter Echo hatte auch Walter zuletzt betont, an dem Projekt festhalten zu wollen. Der Betrieb sei keineswegs eingestellt worden.

Erst Anfang Mai war die Reservierung des vorgesehenen Grundstücks im Nordwesten der Stadt ausgelaufen und nicht verlängert worden. Die Fläche ist faktisch wieder auf dem Markt, es gebe auch schon zahlreiche Interessenten, wie eine Sprecherin der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) am Montag bestätigte. Derzeit sammele man Anfragen und Wünsche, handeln wolle man allerdings erst, wenn die Stadt endgültig über "Shark City" entschieden hat. Wann das sein wird, ist völlig unklar.

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