Protest gegen Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne) auf A3.

Sie seilten sich von einer Autobahnbrücke bei Wiesbaden ab, um gegen den Weiterbau der A49 durch den Dannenröder Forst zu protestieren. Deswegen müssen sich drei Umweltaktivisten nun vor Gericht verantworten. Aus Protest gegen das Verfahren gab es eine neue Aktion.

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Autogegner wegen Abseilaktion vor Gericht

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Vor dem Amtsgericht in Frankfurt-Höchst müssen sich seit Freitag zwei Umweltaktivisten wegen gemeinschaftlicher besonders schwerer Nötigung verantworten. Sie sollen sich im Oktober 2020 von einer Brücke bei Wiesbaden auf die A3 abgeseilt haben. Einer dritten Person wird Beihilfe zur Nötigung vorgeworfen.

Mit der Aktion wollten die Aktivisten gegen den Weiterbau der A49 durch den Dannenröder Forst protestieren. Die Staatsanwaltschaft begründete den Straftatbestand der besonders schweren Nötigung mit den "enormen Auswirkungen" der Protestaktion. "Wir reden hier über 15 Kilometer Stau, über ganz erhebliche stundenlange Verkehrsstörungen", sagte Staatsanwalt Gerrit Rippen dem hr.

Umweltaktivisten demonstrieren gegen Verfahren

Aus Protest gegen das Verfahren seilten sich am Freitagmorgen gegen 9.30 Uhr zwei Personen mit Unterstützung zweier weiterer Aktivisten von einer Autobahnbrücke am Wiesbadener Kreuz ab. Sie platzierten ein Banner - aus "Solidarität mit den Angeklagten", wie sie auf Twitter mitteilten.

In Solidarität mit den Angeklagten, deren Prozess wegen #unnötigung heute in Frankfurt verhandelt wird, hängt ein Transpi an der Brücke der A3 #freethemall #verkehrswende

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Die A3 war zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Rastanlage Medenbach in Richtung Köln zeitweise voll gesperrt. Der Verkehr staute sich in der Spitze auf sechs Kilometern Länge. Gegen 10 Uhr zogen sich die Aktivisten nach Angaben der Polizei selbst nach oben, kurz darauf wurde der Fahrstreifen wieder freigegeben.

Die vier Aktivisten wurden vorläufig festgenommen. Ihnen werde Nötigung im Straßenverkehr beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen, erläuterte ein Polizeisprecher.

Auch vor dem Gerichtsgebäude organisierten Gleichgesinnte am Freitagmorgen eine Demonstration unter dem Motto "No planes, no cars".

Der nächste Gerichtstermin ist für den 13. Mai angesetzt. Dann soll auch ein Urteil fallen.

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