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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Staatsanwaltschaft erhebt Anklagen wegen Abseilaktionen

Umweltaktivisten haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt.

Aus Protest gegen den Weiterbau der A49 seilten sich im vergangenen Herbst Umweltaktivisten von Autobahnbrücken ab. Wegen Nötigung müssen sich nun zehn Personen in Frankfurt vor Gericht verantworten.

Ein halbes Jahr nach den Abseilaktionen von Autobahnbrücken aus Protest gegen den Weiterbau der Autobahn 49 sind in Frankfurt mehrere Umweltaktivisten angeklagt worden. Es gehe um rund zehn Personen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt dem hr. Die Angeklagten müssen sich wegen Nötigung verantworten.

Abseilaktionen sorgten für Auffahrunfälle und Staus

Die Gegner des Weiterbaus der Autobahn 49 in Mittelhessen hatten sich im vergangenem Herbst im Berufsverkehr mehrfach von Brücken der Autobahnen 3, 5 und 661 abgeseilt. Es kam zu Vollsperrungen und langen Staus. Auf der A3 bei Idstein (Rheingau-Taunus) wurde im Oktober bei einem Auffahrunfall im Zuge einer Abseilaktion ein 29-jähriger Mann eingeklemmt und schwer verletzt. Dieser Vorfall ist aber nicht Teil der Anklagen der Frankfurter Staatsanwaltschaft, weil er nicht in den örtlichen Zuständigkeitsbereich fällt.

Wegen der verschiedenen Tatorte sind mehrere Gerichte für die Prozesse zuständig, erklärte die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Gegen elf Unterstützerinnen und Unterstützer der Abseilenden wurden die Verfahren zudem eingestellt, weil man ihnen nichts Strafbares nachweisen konnte.

Für den Weiterbau der A49 waren Bäume unter anderem im Dannenröder Forst gefällt worden. Während sich die Autobahnbefürworter weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Straßenanbindung erhoffen, sehen Umweltaktivisten das Projekt im Widerspruch zu einer umweltfreundlichen Verkehrswende. Über Monate hatten sie vor allem im Dannenröder Forst demonstriert und Baumhäuser und Barrikaden errichtet, die im vergangenen Herbst schrittweise von der Polizei geräumt wurden.

Sendung: hr 3, 08.04.2021, 14.00 Uhr