Auto des Mannes, der in eine Menschenmenge fuhr, am Tatort in Volksmarsen

Das Landgericht Kassel hat den Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Volkmarsen terminiert. Von Anfang Mai an muss sich der Angeklagte wegen versuchten Mordes in 91 Fällen verantworten.

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Vier Monate nach der Anklageerhebung gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) steht nun fest, wann der Prozess beginnt. Der 30 Jahre alte Angeklagte Maurice P. muss sich vom 3. Mai an vor dem Landgericht Kassel verantworten. Die 6. Strafkammer habe die Hauptverhandlung eröffnet und terminiert, wie Albrecht Simon, der Präsident des Landgerichts am Donnerstag mitteilte. Für den Prozess sind demnach insgesamt 31 Verhandlungstage angesetzt.

Als Verhandlungsort ist ein auswärtiger Sitzungssaal des Gerichts im Südflügel des Hauptbahnhofs Kassel vorgesehen. Angesichts des zu erwarteten Medien- und Zuschauerinteresses könnte die Hauptverhandlung jedoch auch auf einen anderen, größeren Sitzungssaal verlegt werden. Überlegungen dazu würden derzeit angestellt, so Simon.

Motiv für Auto-Attacke unbekannt

Dem Angeklagten wird versuchter Mord in 91 Fällen, gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Dezember Anklage gegen den 30-Jährigen erhoben. Er soll am Rosenmontag vergangenen Jahres mit seinem Auto in Volkmarsen in den Fastnachtszug gerast sein. Mehr als 150 Zuschauerinnen und Zuschauer wurden verletzt, darunter auch viele Kinder. Der Fahrer erlitt ebenfalls Verletzungen und konnte noch vor Ort festgenommen werden.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der damals 29-Jährige mit der Absicht, Menschen zu töten. Er soll demzufolge die Tat bereits im Vorfeld geplant haben. Um die Tat aufzuzeichnen, soll er eine sogenannte Dashcam eingebaut haben.

Unklar ist jedoch bis heute das Motiv für die Auto-Attacke. Der Angeklagte schweigt zu der Tat. Er handelte nach den Erkenntnissen der Ermittlern alleine und hatte keine Mitwisser. Zudem soll er zum Tatzeitpunkt nüchtern gewesen sein.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 15.04.2021, 19.30 Uhr