Das Oberlandesgericht in Frankfurt von außen.

Im Alter von 16 Jahren soll sie nach Syrien gereist sein und einen IS-Kämpfer geheiratet haben. Jetzt muss sich die Frau aus Rüsselsheim wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verantworten. Am ersten Prozesstag schwieg die Angeklagte.

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Zum ersten Mal muss sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt eine Frau als mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verantworten. Am Montag begann der Prozess gegen eine 22-Jährige aus Rüsselsheim. Sie soll 2014 nach Syrien gereist sein und sich dort dem IS angeschlossen haben.

Zum Prozessauftakt schwieg die Angeklagte zu den Vorwürfen. Ihre Mandantin werde sich "schweigend verteidigen", teilten ihre Anwälte mit. Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zufolge heiratete die Angeklagte in Syrien einen IS-Kämpfer. Zu dem Zeitpunkt sei sie 16 Jahre alt gewesen. Die Heirat habe der IS arrangiert.

Angeklagte soll IS-Kämpfer gepflegt haben

Aufgabe der Angeklagten sei es gewesen, ihren Mann bei Kampfeinsätzen in Syrien und im Irak zu unterstützen. Darüber hinaus soll sie ein Sturmgewehr besessen haben. Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie ein Haus bewohnt, dessen Besitzer der IS zuvor vertrieben habe.

Als ihr Ehemann bei einem Bombenangriff schwer verletzt wurde, habe sie ihn gepflegt. Nach vier Jahren beim IS sei sie kurzzeitig in kurdische Gefangenschaft geraten.

Nach der Festnahme "wenig kooperativ"

Im November 2019 kehrte sie über die Türkei nach Frankfurt zurück. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Bei ihrer Festnahme habe sie sich wenig kooperativ gezeigt, sagte eine Beamtin des Landeskriminalamtes im Zeugenstand. Sie habe keine Aussagen gemacht und die Beamten immer wieder unterbrochen.

Für die Verhandlung hat das Gericht zunächst 17 Tage angesetzt. Das Urteil wird Ende Februar erwartet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 07.12.2020, 19.30 Uhr