Wollte sich ein junger Mann aus Gießen in Ägypten zum IS-Kämpfer ausbilden lassen? Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft steht das fest. Seit Freitag muss sich der 19-Jährige vor Gericht verantworten.

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Hessenschau kompakt - 16>:45 Uhr - 01.11.2019
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Das Landgericht Frankfurt eröffnete am Freitag den Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Sympathisanten Isa el-S. Die Anklage wirft dem 19 Jahre alten Deutschen mit ägyptischen Wurzeln vor, er habe sich Ende des vergangenen Jahres für die Teilnahme am bewaffneten Kampf islamistischer Milizen ausbilden lassen wollen.

Dafür sei der gebürtige Gießener im Dezember vergangenen Jahres zunächst nach Ägypten gereist und habe von dort aus einen Ausreiseversuch in Richtung Halbinsel Sinai unternommen. Die Festnahme des Mannes im ägyptischen Luxor vereitelte der Staatsanwaltschaft zufolge diesen Plan. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam der damals 18-Jährige im Januar 2019 in Untersuchungshaft.

Gericht muss zunächst Strafrecht klären

Weil er als Heranwachsender eine besondere Schutzbedürftigkeit genießt, wird die Öffentlichkeit von der Verhandlung dauerhaft ausgeschlossen. Wie es am Rande des Prozesses hieß, habe sich der Angeklagte zu den Vorwürfen geäußert. Die Jugendstrafkammer hat in dem vorerst bis Ende November terminierten Prozess unter anderem die Frage zu klären, ob bei dem 19-Jährigen Erwachsenenstrafrecht oder das mildere Jugendstrafrecht anzuwenden ist.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 01.11.2019, 16:45 Uhr