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Millionen-Forderung von AWO: Gericht prüft Zuständigkeit

Im Mittelpunkt der Grafik ist ein Polaroid mit einem Foto des AWO-Kreisvorstandes. Davor hält eine Hand Fäden, die zum AWO-Logo führen.

Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt hat die Verhandlung gegen Mitglieder der ehemaligen Frankfurter AWO-Führung begonnen. Der Sozialverband fordert insgesamt mehr als zwei Millionen Euro zurück. Ein Urteil soll erst im November fallen.

Im Prozess vor dem Frankfurter Arbeitsgericht um die Schadensersatzforderung der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) geht es um zu hohe Gehälter und Honorare sowie den Verlust der Gemeinnützigkeit, durch den die AWO hunderttausende Euro Steuern nachzahlen musste. Eine gütliche Einigung zwischen den Parteien kam am Freitag nicht zustande. Die Beklagten ließen sich durch Anwälte vertreten.

Zudem blieb offen, ob die AWO einen Anspruch auf Rückzahlung von rund zwei Millionen Euro hat. Das Arbeitsgericht prüft nun, ob es zuständig ist, und forderte von der AWO mehr Belege für ihre Rückforderung. Die Kammer will ihren Beschluss am 16. November verkünden.

Die Frankfurter AWO hatte fünf ehemalige Führungsmitglieder auf Schadensersatz verklagt und fordert mehr als zwei Millionen Euro zurück. So viel Geld sei zu viel an Honoraren, Gehältern und Provisionen gezahlt worden.

Mogel-Spende macht größten Batzen

Verhandelt wird gegen den früheren Chef des Frankfurter Kreisverbands, Jürgen Richter, und seine Ehefrau Hannelore, die den Kreisverband Wiesbaden leitete, sowie drei weitere hochrangige frühere Mitarbeiter. Größter Einzelposten ist eine aus Sicht der neuen AWO-Führung ungerechtfertigte Spende von mehr als 935.000 Euro des Kreisverbands Frankfurt an den Kreisverband Wiesbaden.

Auch will die AWO eine Dienstwagenpauschale von monatlich 4.500 Euro zurück, die der ehemalige Frankfurter AWO-Chef Richter bekommen haben soll. Außerdem geht es um eine einzelne Honorarzahlung für einen mit der AWO verbundenen Rechtsanwalt. Der soll 182.000 Euro für Arbeit an einem Auftrag bekommen haben, die laut AWO nur 1.300 Euro wert war.

"Selbstbereicherung hat tiefe Löcher gerissen"

Die Bereicherungen der alten AWO-Riege hatten dazu geführt, dass die AWO Frankfurt für mehrere Jahre ab 2014 ihre Gemeinnützigkeit verlor und mehrere hunderttausend Euro Steuern an den Fiskus zurückzahlen musste. Das "System Richter" habe einen Schaden von rund zehn Millionen Euro verursacht, sagte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des AWO-Präsidiums. Zumindest einen Teil davon wolle man sich zurückholen.

"Die Selbstbereicherung durch Richter und seine Vertrauten hat tiefe Löcher gerissen, nicht nur in das Vertrauen in unseren Sozialverband, sondern auch in unsere Mittel, mit denen wir unsere Arbeit tun", sagte Vorstandsvorsitzender Steffen Krollmann.

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