Angeklagter (verpixelt) im Landgericht Fulda auf der Anklagebank mit seiner Anwältin

Jahrelang soll ein Familienvater seine Kinder sexuell missbraucht haben. 60 Taten sind angeklagt. Der einschlägig vorbestrafte Wiederholungstäter hat nun im Prozess am Landgericht Fulda ein Geständnis abgelegt.

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Angeklagter Familienvater gesteht sexuellen Missbrauch an seinen Kindern

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Mit einem umfangreichen Geständnis ist am Landgericht Fulda ein Prozess wegen sexuellen Kindesmissbrauchs fortgesetzt worden. Der Angeklagte ließ am Dienstag von seiner Verteidigerin eine Erklärung verlesen. Darin räumte er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein.

Der 48 Jahre alte Familienvater muss sich vor Gericht verantworten, weil er seine beiden Töchter und einen Stiefsohn jahrelang schwer sexuell missbrauchte. Es geht um 60 einzelne Taten, die sich laut Anklage zwischen den Jahren 2005 und 2018 ereigneten.

Bei dem Angeklagten aus Melsungen (Schwalm-Eder) handelt es sich um einen Wiederholungstäter. Bereits im Jahr 2003 wurde er in Kassel zu einer Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung verurteilt. Zuvor hatte er sich laut Gericht an seiner zur Tatzeit siebenjährigen Halbschwester vergangen.

Missbrauch auch auf Lkw-Touren

Die Strafe hielt ihn aber offenbar nicht davon ab weiterzumachen. Der Angeklagte lebte mit seiner damaligen Ehefrau, deren drei Söhnen aus anderen Beziehungen und den gemeinsamen beiden Töchtern in einem Haushalt in Alheim (Hersfeld-Rotenburg). Er war als Kraftfahrer tätig, während seine Frau als Verkäuferin arbeitete.

Wenn er allein mit den Kindern war, kam es zu den Übergriffen. Oder wenn er auf Lkw-Tour war und ein Kind in den Ferien mitnahm.

Ab dem Jahr 2005 soll es laut Anklage zu Übergriffen auf den zehnjährigen Stiefsohn gekommen sein. Diese hätten bis zu drei Mal pro Monat stattgefunden. Erst als der Junge 13 Jahre alt war, hörte es auf.

Kind versteckte sich aus Angst im Kleiderschrank

Auch seine ältere Tochter soll er ab ihrem Grundschulalter zwischen den Jahren 2007 und 2013 mehrfach missbraucht haben. Zudem habe er versucht, sie zu vergewaltigen. Dagegen habe sie sich aber wehren können.

Das während der Übergriffe sechs bis zwölf Jahre alte Mädchen versuchte, sich ihm zu entziehen und zu widersetzen. Daraufhin wandte er laut Anklage noch mehr Gewalt an. Aus Angst vor seinen Übergriffen habe sich das Kind zeitweise zu Hause im Kleiderschrank versteckt.

Auch die jüngere Tochter sah sich laut Anklage sexuellen Übergriffen ihres Vaters ausgesetzt. Sie habe daraufhin versucht, seine Gegenwart zu meiden und übernachtete so oft es ging außer Haus bei Freundinnen, wenn die Mutter nicht da war.

Kinder zeigten den Vater an

Ans Tageslicht kam der Missbrauch schließlich, weil sich der Stiefsohn und die ältere Tochter offenbarten und den Vater anzeigten. Der geständige Angeklagte ließ in seiner Einlassung verlesen, dass er die Taten bereue und um Entschuldigung bitte. Die Geschädigten sollten am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.

Am Donnerstag sollen die Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden. In einer Woche soll ein Urteil gesprochen werden.

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