Der Angeklagte (Mitte) soll seine Ex-Freundin verfolgt und erstochen haben.

Ein 31 Jahre alter Mann soll seine Ex-Freundin verfolgt und dann erstochen haben. Die Anklage wirft ihm Mord aus Heimtücke vor. Das Opfer, eine Ärztin und Mutter eines kleines Kindes, habe keine Chance gehabt.

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hessenschau von 16:45 Uhr vom 15.04.2021
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Vor dem Landgericht Fulda muss sich seit Donnerstag ein 31-Jähriger wegen mutmaßlichen Mordes aus Heimtücke verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seine ehemalige Partnerin erstochen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft sagte am ersten Prozesstag, der Beschuldigte habe bewusst und feindselig gehandelt. Seine Ex-Partnerin habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. Als Motiv nannte die Staatsanwältin, dass der Mann die vorausgegangene Trennung nicht akzeptiert habe.

Vermutlich mit Messer getötet

Die Ärztin soll sich am 7. Dezember 2020 nach ihrer Nachtschicht auf den Weg nach Hause gemacht haben. Der Angeklagte soll ihr vom Krankenhaus gefolgt sein und sie im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses angegriffen haben, nachdem sie aus ihrem Auto gestiegen war.

Die 35-Jährige wurde laut Staatsanwaltschaft durch einen einzigen Stich oder Schnitt in den Hals getötet, wahrscheinlich mit einem Messer. Bislang sei die Tatwaffe nicht gefunden worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass die Ärztin innerhalb von zwei Minuten verblutet und erstickt war.

Wenige Stunden später konnte die Polizei den Ex-Partner festnehmen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Festgenommen wurde er bei einer Bekannten seines Bruders in Fulda.

Heftiger Streit und Trennung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es schon vor der Tat heftigen Streit zwischen der Frau und ihrem Ex-Freund. Die Frau zeigte ihn an, nachdem er sie beschimpft und körperlich angegangen haben soll. Dabei sei es aber zu keinen gravierenden Verletzungen gekommen.

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Der Angeklagte (Mitte) soll seine Ex-Freundin verfolgt und erstochen haben.
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Seit Ende November 2020 durfte der 31-Jährige sich nicht mehr ihrer Arbeitsstätte, der Kita ihres Sohnes und ihrer Wohnung nähern. Der Mann ist dreifach vorbestraft, auch wegen Körperverletzung. Die beiden hatten sich im Herbst 2020 voneinander getrennt.

Urteil wohl Mitte Juli

Die Frau war Mutter eines zweijährigen Sohnes. Das Kind stammt aus einer vorherigen Beziehung zu einem anderen Mann. Der Vater des Jungen wohnt nicht in Fulda, wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage erklärte.

Für den Prozess hat das Gericht 16 Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist Mitte Juli zu rechnen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 15.04.2021, 16.45 Uhr